Aktuelles

Im Jahre 1961 rief der aus Dülmen stammende Missionar Friedrich Kaiser (1903-1993) im fernen Peru die Gemeinschaft der »Missionsschwestern vom lehrenden und sühnenden Heiland« ins Leben. Aus ihren Reihen wurde seit längerem der Wunsch geäußert, das Wirken dieses Glaubenszeugen in besonderer Weise zu würdigen und das Seligsprechungsverfahren für Friedrich Kaiser in die Wege zu leiten. 

Missionar? Glaubenszeuge? Seligsprechung? 

Wir werden vielleicht irritiert durch derartige Begriffe. Zu sehr haben wir uns als Kirche eingerichtet in den Rückzug, in das ängstliche oder missmutige Verharren. 

Die Auseinandersetzung mit Friedrich Kaiser kann uns zu einer neuen Begeisterung verhelfen – also zu einer Offenheit für jenen Geist, der am Pfingsttag verrammelte Türen sprengt und die kleine verängstigte Jüngergemeinde in die Vielfalt und Weite der Sprachen und Nationen hineinführt.

 

     Markus Trautmann
     Pfarrdechant an St. Viktor in Dülmen

Filmemacher präsentiert seine Arbeit

Ruben EnzianRuben Enzian (Jg. 1975) ist ein peruanischer Filmregisseur, der sich auf Dokumentarfilme und spirituelle Themen spezialisiert hat. In der ersten Augusthälfte dieses Jahres hält er sich in Deutschland auf, um Orte und Gebäude filmisch zu dokumentieren, die an Bischof Friedrich Kaiser (1903-1993) erinnern. Der aus Dülmen stammende Kaiser wanderte 1939 nach Südamerika aus; sein Leben und Wirken und die von Kaiser 1961 gegründete Schwesterngemeinschaft stehen im Zentrum eines neuen Filmprojekts, dem sich Ruben Enzian widmet. Am Mittwoch, 7. August, ist er zu Gast im „einsA“, wo er Einblick in seine Tätigkeit gewährt und einige Arbeitsproben vorführt. Die Veranstaltung beginnt um 19.30 Uhr, der Eintritt ist frei.

Novene zu Bischof Kaiser

Cover NovenIm Dülmener Laumann-Verlag ist in diesem Frühjahr eine Novene erschienen, die der Dülmener Priester Heio Weishaupt verfasst hat: Die Kleinschrift „Tief im Herzen anzukommen“ umfasst 48 Seiten sowie zahlreiche Abbildungen. Der Begriff „Novene“ bezieht sich auf das lateinische Wort „novem“ für die Zahl Neun und bezeichnet eine neuntätige Andacht. Diese Übung der persönlichen oder gemeinschaftlichen Frömmigkeit hat ihren Ursprung im neuntägigen Gebet, zu dem sich nach der Himmelfahrt Jesu die Apostel mit Maria und weiteren Jüngerinnen und Jüngern im Abendmahlssaal versammelten – in der Erwartung des Pfingstfestes. Die neu erschienene Novene lädt ein, mit Blick auf Bischof Friedrich Kaiser zu beten – also sich von seiner Haltung und von seinen Worten anregen zu lassen, das eigene Leben Gott hinzuhalten. Es bleibt jedem selbst überlassen, ob er die Novene in Gänze in einem bestimmten Anliegen betet, oder ob für jeden Tag ein anderes Gebetsanliegen in den Blick genommen wird. Die einzelnen Tage stehen auf je zwei Doppelseiten unter Leitworten, die mit dem Leben des (hoffentlich) künftigen Seligen zu tun haben, aber auch mit dem Leben der Betenden in Verbindung gebracht werden können: hören – handeln – leiden – lehren – loben – leiten – bitten – sühnen – danken.

Weiterlesen: Novene zu Bischof Kaiser

Wichtiger Schritt auf dem Weg zur Seligsprechung

Information vom 2. Dezember 2023

 

Uebergabe PositoAm 17. November 2023 übergab die Postulatorin im Seligsprechungsverfahren für Friedrich Kaiser, María Victoria Hernández, dem vatikanischen Dikasterium für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse die „Positio“ über das Leben und die Tugenden des Dieners Gottes Friedrich Kaiser.  Die „Positio“ ist eine in chronologischer Reihenfolge abgefasste Darstellung des Lebens und Wirkens eines Dieners Gottes und soll dessen tugendhaftes Leben dokumentieren. Sie enthält die wichtigsten Aspekte des Lebens, der Tugenden und der Schriften von Kaiser sowie die einschlägigen Zeugenaussagen. Der Band besteht aus 1054 Textseiten sowie 12 Seiten mit Fotos, die das Leben des Dieners Gottes veranschaulichen.

Insgesamt wurden 45 Exemplare der „Positio“ gedruckt. Fünf davon werden dem Dikasterium für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse übergeben. Elf Exemplare der „Positio“ werden den vom Dikasterium ernannten beratenden Theologen übergeben. Jeder Theologe gibt eine individuelle und geheime Stimme ab. Dann wird die „Positio“ von den Kardinälen und Bischöfen des Dikasteriums studiert, die ebenfalls ihre Stimme abgeben. Fällt die Abstimmung positiv aus, verkündet der Papst das Dekret des „heroischen Tugendgrads“, mit dem der Diener Gottes als „ehrwürdig“ (venerabilis) erklärt wird.

Bei der Vorbereitung der „Positio“ haben Postulatorin María Victoria Hernández und die „Missionarinnen vom lehrenden und sühnenden Heiland“ Sr. M. Inmaculata, Sr. M. Hedwig und Sr. M. Benilde gemeinsam mit Monsignore Maurizio Tagliaferri (im Verfahren verantwortlicher Relator) zusammengearbeitet.

Historisches Messgewand wieder in Gebrauch

Gewand BFK

Nach vielen Jahren kam in der Dülmener Kirche St. Joseph am 2. Oktober, dem Schutzengelfest, ein Messgewand aus den 1960er Jahren wieder zum Einsatz. Anlass war der Besuch der beiden peruanischen Ordensfrauen Schwester Inmaculata und Schwester Flavia, die an der gut besuchten Gemeinschaftsmesse der kfd St. Joseph und am anschließenden Erntedankfrühstück im Pfarrheim teilnahmen. Dort berichteten sie von ihrer Arbeit in Südamerika. Dies hatte in St. Joseph schon einmal Bischof Friedrich Kaiser getan, der hier am 17. April 1967 einen Gottesdienst feierte und über die pastorale Situation in den peruanischen Anden sprach. Kaiser war 1961 der Gründer eben jener Gemeinschaft der „Missionarinnen vom sühnenden und lehrenden Heiland“, zu der die Schwestern Inmaculata und Flavia gehören. – Unsere Bilder zeigen Bischof Friedrich Kaiser bzw. Pfarrer Peter Thewes sowie Schwester Inmaculata und Schwester Flavia mit Pfarrer Markus Trautmann vor einem Foto aus dem Jahr 1967.

Vor 30 Jahren verstarb Bischof Kaiser

beisetzung3Am 26. September 1993 starb Bischof Friedrich Kaiser. Schwester Willibrordis, seine langjährige Wegbegleiterin und Mitgründerin der „Misioneras de Jesus Verbo et Victima“, hielt die letzten Stunden des hochbetagten Bischofs in einem Gedächtnisprotokoll fest.  

„Am 22. September dankten wir Gott in der hl. Messe, dass unser Vater – trotz seines Gehirnschlags im Januar 1988 – fünf Jahre lang täglich das heilige Messopfer feiern konnte. Bis zum 25. September deutete nichts darauf hin, dass der 26. September sein Sterbetag sein würde. Nachmittags, also am 25. September, rief er plötzlich um Hilfe. Die Schwester, die immer in seiner Nähe war, fand ihn stehend. Er konnte keinen Schritt tun. Man versuchte, die kalte Füße und Beine zu erwärmen durch frottieren usw. Um 15.00 Uhr unterrichtete man mich. Mir schien die Sache sehr ernst, vor allem wegen seiner Kurzatmung. Ich hatte den Eindruck: Seine Stunde ist da, es geht zum Sterben. Es selbst sagte: Die Schwestern mögen zur Kapelle gehen. Der herbeigerufene Arzt verordnete Sauerstoff und Suero (Serum; Anm.).

Weiterlesen: Vor 30 Jahren verstarb Bischof Kaiser

Gedenken an das Jahr 1963

Erinnerung an die BischofsweiheIn diesem Herbst ist 60 Jahre her, dass der Dülmener Peru-Missionar Friedrich Kaiser im Rahmen eines Heimaturlaubs in St. Viktor die Bischofsweihe empfing. Der Förderverein Caravelì e.V. nutzt die Anwesenheit zweier südamerikanischer Ordensfrauen aus der von Kaiser gegründeten Schwesterngemeinschaft, um an diesen denkwürdigen Tag zu erinnern. Am Sonntag, 1. Oktober, wird der Abendgottesdienst um 19.00 Uhr in St. Viktor im Zeichen des Rückblicks stehen. Dazu wird Pfarrer Franz Anstett aus Nottuln, der als Heranwachsender damals in Dülmen zugegen und später ebenfalls Seelsorger in Südamerika war, aus seinen Erinnerungen berichten. Auch die peruanischen Gästen beleuchten das bischöfliche Wirken Friedrich Kaisers in den Hochanden. Im Anschluss an den Gottesdienst wird unweit der Viktorkirche eine kleine Gedenktafel enthüllt: Eine Fotomontage verbindet ein Foto vom 7. Dezember 1963 mit einer heutigen Ansicht vom neugestalteten Dülmener Kirchplatz; ein QR-Code führt zu weiteren Infos.

Kongress über die Seligsprechung Kaisers

Mausoleo ext.1Anlässlich des 30. Todestages von Bischof Friedrich Kaiser wird am 30. September 2023 in Lima erstmals ein internationaler Kongress stattfinden, in dessen Verlauf verschiedene Aspekte des Seligsprechungsverfahrens für Bischof Kaiser präsentiert und diskutiert werden. Nähere Infos zum Ablauf bzw. zur Anmeldung der Veranstaltung in der „Universität vom Heiligsten Herzen“ in Lima finden sich auf einem Flyer >>>.



Jahreshauptversammlung

IMG 6130Am 120. Geburtstag von Friedrich Kaiser, am 24. Mai 2023, fand in Dülmen die Jahreshauptversammlung des „Fördervereins Caraveli e.V“ statt. Im Rahmen der zweistündigen Veranstaltung im Begegnungszentrum „einsA“ konnten fünf neue Mitglieder begrüßt werden. Die Neuwahl des Vorstands ergab die nachstehenden Ergebnisse. Erster Vorsitzender: Markus Trautmann; zweite Vorsitzende: Barbara Dupp; Kassiererin: Birgitte Martini; Schriftführerin: Christiane Daldrup; Kassenprüfer: Bernd Schmitz und Hildegard Stegehake. Als Gast konnte Pfr. Franz Anstett begrüßt werden, der eindrucksvoll von seinem langjährigen Wirken als Musiklehrer und Priester in Peru berichtete und das spezifische Charisma von Friedrich Kaiser sowie das Wirken der „Missionarinnen vom lehrenden und sühnenden Heiland“ würdigte.  

Ostergruß

Ein froher Gruß der Seelsorgeschwestern aus Peru („Missionarinnen vom lehrenden und sühnenden Heiland“) erreicht uns in diesen österlichen Tagen:

Ostergruss


 

    

 

Georg Claes gestorben

ClaesIm Alter von 84 Jahren verstarb Georg Claes (1938-2023) am 4. März in Paderborn. Er kann als „Mann der ersten Stunde“ bezeichnet werden: Nachdem sich Schwester Willibrordis Mitte der 1990er Jahre mit der Bitte um Gründung eines Fördervereins für die Seelsorgeschwestern von Caravelì an den damaligen Paderborner Weihbischof Paul Consbruch (1930-2012), den Beauftragten des Erzbistums für Fragen der Weltkirche, gewandt hatte, wandte sich dieser daraufhin an Georg Claes, der im Generalvikariat als stellvertretender Leiter der Finanzabteilung mit derartigen Anliegen zu tun hatte. Der Weihbischof bat Claes, einmal zu prüfen, ob und wie ein Förderverein für die Schwestern eingerichtet werden könnte. Claes unternahm daraufhin die Vorbereitungen: Es hat sich ein notariell beglaubigtes und mit vielen Stempeln versehenen peruanisches Dokument vom 28. Oktober 1997 erhalten, in dem die Generaloberin sowie die Ratschwestern der Gemeinschaft Herrn Georg Claes „bzw. die von ihm schriftliche beauftrage Person“ autorisieren, beim Amtsgericht Paderborn „einen gerichtlich eingetragenen Verein (e.V.) zu errichten zwecks Eintreibung von Spenden zugunsten der genannten Ordensgemeinschaft“.  Da Georg Claes zur Paderborner St. Stephanusgemeinde gehörte, lag es nahe, den damaligen Pfarrer Philipp Schniedertüns (1934-2004) mit dem Ansinnen des Weihbischofs bzw. dem Anliegen der peruanischen Schwestern zu konfrontieren und mit ihm eine konkrete Umsetzung mit Gläubigen eben aus St. Stephanus zu beraten. Pfarrer Schniedertüns trommelte somit im folgenden Jahr 1998 etliche Interessierte „der ersten Stunde“ zusammen – und eine segensreiche, bis heute andauernde Entwicklung konnte ihren Lauf nehmen.

„Neue Heilige“: 

Spannende Internetplattform

 

HC
Das Seligsprechungsverfahren für Bischof Friedrich Kaiser ist eines von vielen, die momentan weltweit für zahllose Glaubenszeugen verschiedenster Epochen durchgeführt werden. Die „Gemeinschaft der Heiligen“, zu der ja jeder Christ berufen ist, bekommt so einen eindrucksvollen und vielfältigen Ausdruck.
Die Internetplattform 
„New Saints“ >>> dokumentiert akribisch den jeweils momentanen Verlaufsstand der Kanonisierungsverfahren.
Hingewiesen sei auf die Suchmaschine dieser Website sowie die vorhandene Übersetzungsfunktion.
Viel Freude beim Stöbern!