100 Jahre Weltmissionssonntag

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Beitrag vom 6. September 2026

Gedanken von Peter Wittkampf

 

missio hilft wms 2026 plakatAm 14. Juni 1926 rief Papst Pius IX. den „Sonntag der Weltmission“ ins Leben – der in diesem Jahr am 25. Oktober begangen wird.

Über den Auftrag Christi zur Mission berichtet der Evangelist Matthäus ganz am Schluss seines Evangeliums. Und ein wichtiger Satz hierbei lautet: „Geht zu allen Völkern, lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe.“ (Mt 28, 19)

Der Oktober 2026 ist aber nicht nur wegen des Jubiläums-Weltmissionssonntags, sondern auch noch aus einem anderen Anlass etwas Besonderes: Die Kirche begeht den 800. Todestag des heiligen Franziskus von Assisi.

Den Missionsauftrag und einen Ausspruch, den man dem heiligen Franziskus zuschreibt, brachte Papst Franziskus im Juni 2019 mit folgenden Worten in Verbindung: „Mich berührt sehr dieser Rat, den Franziskus den Brüdern gibt: Verkündet das Evangelium, und wenn es nötig ist, dann auch mit Worten… Das ist ein Lebensstil!“

„Wenn es nötig ist, dann auch mit Worten“! Das bedeutet doch, dass es in erster Linie wichtig ist, die Gebote Christi in die Tat umzusetzen! Zu tun, was er sagt! Durch sein Handeln, durch seine Art zu leben, durch die Praxis andere für den Glauben zu gewinnen. 

Die Menschen zu unterrichten, auch in Bezug auf die Gebote, das ist sicher wichtig – gerade auch heute, da immer mehr Menschen noch nicht einmal mehr die „einfachsten“ Glaubenslehren kennen. Und Christus hat schließlich nicht gesagt: „Meine Gebote muss man nicht unbedingt kennen, geschweige denn, wörtlich nehmen! So genau nehme ich es nicht!“

Nein, Christus betont ausdrücklich: „Wenn du aber in das Leben eintreten willst, halte die Gebote!“ (Mt 19, 17)

Aber es geht um das „Wie“, wenn man den Willen Christi vermitteln will! Und vielleicht ist das Prinzip, in seinem Sinne zu handeln, wirklich der Schlüssel für den Zugang zu den „Herzen“ der anderen – und damit für alles Weitere und zum Missionserfolg! 

Und genau darin können uns Bischof Friedrich Kaiser und die von ihm gegründete Genossenschaft der „Missionsschwestern vom lehrenden und sühnenden Heiland“ ein leuchtendes Vorbild und ein „Musterbeispiel“ sein! An vielen Stellen seines Buches „Der Ruf aus den Anden“ lässt Bischof Kaiser dies deutlich werden. 

Ein Beispiel: Christus hat uns die Feier der Eucharistie geboten: „Tut dies zu meinem Gedächtnis!“ (Lk 22, 19). In dem genannten Buch wird u. a. eine Szene beschrieben, in der die hl. Messe oben in den Anden bei klirrender Kälte und Schnee gefeiert wird, und zwar im Freien! Wörtlich heißt es dann: „Trotz der furchtbaren Kälte beeilt sich der Priester nicht im Geringsten. Die Predigt fällt aus. Aber seine Haltung und sein Handeln sind Predigt. (…) Der Pater reibt sich die Finger. Die sind starr vor Kälte. Auch danach kann er nur mit Mühe die hl. Hostien fassen, die er zur Kommunion reicht.“ (Seite 166) 

So etwas macht glaubwürdig!

„Heilt Kranke“ (Mt 10,8); „Wer dich bittet, dem gib“ (Mt 5, 42); „Bittet…, sucht…, klopft an…“ (Mt 7,7); „Lasst die Kinder zu mir kommen“ (Mk 10, 14); „Richtet nicht“ (Lk 6, 37); „Handle du genauso“ (wie der barmherzige Samariter) (Lk 10,37)! So lauten einige der Gebote Christi. Das alles – und noch etliches mehr – setzen die Missionsschwestern in die Tat um. Sie kümmern sich tatkräftig um Kranke, Hilfsbedürftige, Kinder, Familien, Sterbende, Arme usw. Sie trösten, ermahnen, verzeihen, hören zu, reinigen Kapellen von Dreck und furchtbarem Gerümpel, nehmen sich Zeit, haben Geduld – und bauen auf diese Weise „Brücken“ – auch für den Glauben. 

Und Bischof Friedrich Kaiser? 

Wenn er barfuß und mit hochgezogenen Hosenbeinen einen Fluss durchwatet, sich auf oder neben einem Maultier durch Geröll vorwärtsarbeitet oder völlig ermüdet und erschöpft in einer besonders schlechten Unterkunft übernachtet, dann macht er äußerlich wahrscheinlich keinen „würdigen“ Eindruck – aber er ist „glaub-würdig“!

Und aus welcher Quelle wird das gespeist?

Durch die „Begegnung mit der göttlichen Liebe (…) können wir (…) vor unseren Mitmenschen glaubwürdig Zeugnis ablegen für die Hoffnung, die uns erfüllt (vgl. 1 Petr 3,15).“ – so formulierte es Papst Benedikt XVI. in seiner Botschaft zum Weltmissionssonntag 2010.