2017
Lieber Peru-Kreis!
„Das Wort ist Fleisch geworden“. Das Licht dieser Wahrheit zeigt sich dem, der es mit Glauben aufnimmt, da es ein Geheimnis der Liebe ist.
In der Nacht der Welt wird ein neues Licht entzündet, das sich den einfachen Augen des Glaubens, dem gütigen und demütigen Herzen, das den Erlöser erwartet, zeigt. Das Licht von Weihnachten strahle von neuem in unsere Welt.
„Das Wort ist Fleisch geworden“. Betrachten wir gemeinsam dieses große Geheimnis der Liebe, lassen wir unser Herz hell werden vom Licht, das in der Grotte von Betlehem leuchtet!
Mit unseren herzlichen Wünschen für ein gesegnetes Weihnachten, wir danken Ihnen für Ihre großzügige Hilfe, weil dies unsere Kongregation erlauben "Werk Gottes", gehen Sie vor unserer armen Menschen in unserer Mission Zentren zu helfen.
Möge Gott Ihnen und Ihre Gemeinde den Frieden von Weihnachten geben und das Christkind segne das kommende Jahr 2018!
In Name unsere Generaloberin Schw. Jacinta und alle Seelsorgeschwestern
Ihre dankbare
Schw. Flavia, MJVV
156 Seiten, 600 Abbildungen, Lebensbilder von 70 Männern und Frauen aus zwölf Jahrhunderten: das sind die Eckdaten des neuen Buches „Botschafter des Himmels“, das in diesen Tagen vom dialog-Verlag Münster vorgestellt wird. In dem Werk stellen Markus Trautmann und Christiane Daldrup aus Dülmen „Christliches Glaubenszeugnis in Münster“ vor, wie es im Untertitel heißt. Einfache Nonne in der Waschküche oder Reichskanzler, alleinerziehende Mutter oder päpstlicher Gesandter, Adelsspross oder Arbeiterkind, ja selbst SS-Mann oder KZ-Häftling – sie alle ließen sich von der Botschaft des Evangeliums ansprechen.
Auch Friedrich Kaiser findet sich in diesem Buch. Zudem Glaubenszeugen, die mit dem Missionar und Ordensgründer in irgendeiner Verbindung standen, so z.B. Werenfried van Straaten, den Kaiser am Rande des Zweiten Vatikanischen Konzils in Rom getroffen hat oder auch Papst Johannes Paul II., den er in Peru getroffen hat.
Basar-Erlös von über 2.000 Euro werden für Winterkleidung in Caravelì/Peru verwendet
Weihnachtsplätzchen, Marmelade, Weihnachtskarten, Papiersterne, Engel, Weihnachtslichter und vieles andere – die Gäste im Pfarrheim St. Joseph hatten am Samstagabend und am Sonntagmorgen beim Basar reichlich Gelegenheit, sich mit kleineren und größeren Geschenken und Dekoartikeln einzudecken. Denn allerlei Selbstgemachtes, das schon jetzt auf die Vorweihnachtszeit einstimmt, bot der Basar des Peru-Kreises St. Joseph unter dem Motto „Kekse · Karten · Köstlichkeiten“ in gemütlicher Atmosphäre zum Verkauf an.
Viele fleißige Akteure haben ihr kreatives und kulinarisches Geschick dazu verwendet, um den Basar mit den Verkaufsartikeln zu bestücken. Auch der Eine-Welt-Kreis und die Pfadfinderinnen von St. Joseph brachten sich mit ein. Letztere boten Hot-Dogs und Waffeln für das leibliche Wohl der zahlreichen Besucher an.
Bereits viele Wochen im Vorfeld hatte der Peru-Kreis St. Joseph Gruppierungen der Kirchengemeinde, wie auch Einzelpersonen motiviert, für den Basar tätig zu werden. So wurde in zahlreichen heimischen Stuben gebacken, gebastelt, gestickt, gestrickt und genäht, wodurch ein vielfältiges Warenangebot zusammengekommen war.
Auch in diesem Jahr hatte die Schreinerei Kuhmann aus ausrangierten Kirchenbänken Dekoratives hergestellt. Waren es im Vorjahr die Vasen, so konnten in diesem Jahr dazu passende Kerzenhalter erworben werden.
Christiane Hoppe, Sprecherin des Peru-Kreises, zeigt sich begeistert: „Ich freue mich, dass so viele Menschen ihre handwerklichen Fertigkeiten für den guten Zweck zur Verfügung gestellt haben.“ Denn der Erlös des Basares geht an die Gemeinschaft der „Missionarinnen vom lehrenden und sühnenden Heiland“ in Caravelì/Peru, eines der beiden vom Peru-Kreis unterstützten Projekten.
In seiner Ansprache in den Gottesdiensten am Samstagabend bzw. Sonntagmorgen wies Pfarrer Trautmann darauf hin, dass die beiden Projekte, denen sich der Peru-Kreis St. Joseph widmet, jeweils auf die Initiative von Herz-Jesu-Missionaren aus Dülmen zurückgehen: Die Gemeinschaft von Caravelì in den peruanischen Hochanden sei eine Gründung des Herz-Jesu-Missionars Friedrich Kaiser; die Beziehungen nach Tablada bei Lima habe seinerzeit die Herz-Jesu-Schwester Klara Sietmann hergestellt. Die Gemeinschaft, die in Deutschland auch „Hiltruper“ Missionare bzw. Missionarinnen genannt werde, habe als Sinnbild ihres Wirkens das Herz Jesu: Ausdruck der Leidenschaft und Menschenfreundlichkeit Gottes.
Nach Abschluss des Basares blickte das Helfer-Team glücklich und dankbar auf gut geräumte Tische und war sich schnell einig, „der Aufwand und die Mühen haben sich auf jeden Fall gelohnt.“
Martina Köhnke, ebenfalls Engagierte im Peru-Kreis, gibt erfreut die Gesamtsumme der Einnahmen und somit auch die Höhe der Spende bekannt: „Wir haben an den beiden Tagen etwas mehr als 2.000 Euro einnehmen können.“
In Caravelì werden derzeit besonders festes Schuhwerk so wie Winterkleidung für die Kinder benötigt. Für diesen speziellen Zweck soll das eingenommene Geld gespendet werden.
Bischof Friedrich Kaiser blieb Dülmen verbunden
Der Begriff „Heimat“ ist populär wie lange nicht mehr. In Nordrhein-Westfalen gibt es neuerdings ein „Heimat-Ministerium“; Ähnliches ist auch in anderen Bundesländern bzw. auf Bundesebene geplant. Der Heimat verbunden sein, das kann man auch, wenn man irgendwo in der weiten Welt lebt. Ein gutes Beispiel für ein solches heimatliches Bewusstsein war Bischof Friedrich Kaiser – in seinem Fall: in fernen Peru.
„Trotz des langen Aufenthaltes im fernen Peru ist Bischof Kaiser jedoch ein Dülmener mit Leib und Seele geblieben.“ Mit dieser Aussage schmeichelte die Hiltruper Missionsschwester Willibrordis Bonefeld (1907-2002) ihre Zuhörer in der Dülmener Pfarrkirche Heilig Kreuz. Ende August 1987 war sie mit drei weiteren südamerikanischen Ordensfrauen zu Gast in Dülmen, um von der Arbeit und dem Wirken des mittlerweile hochbetagten Friedrich Kaiser zu berichten. „Wenn er etwas von Dülmen hört, so ist das seine größte Freude“, meinte Schwester Willibrordis und fügte hinzu: „Das ist ein echter Dülmener.“ Nach ihren Aussagen sei der Bischof sehr heimatverbunden und lese sogar regelmäßig die Dülmener Heimatblätter, so ein Bericht in der „Dülmener Zeitung“.
Erik Potthoff, seit vielen Jahren Vorsitzender des Dülmener Heimatvereins, kann das bestätigen. Im Archiv des Vereins entdeckte er jüngst zwei Briefe des Dülmener Missionsbischofs, nämlich vom 14. März 1985 und vom 15. Oktober 1986.
In dem Schreiben vom 14. März 1985 dankt der Bischof dem Heimatverein „für das Alt-Dülmen, das Sie mir zu Weihnachten sandten und das mich gestern hier in meinen Anden erreichte.“ Gemeint sei die aktuelle Ausgabe einer Jahreskalender-Serie der Stadtsparkasse Dülmen unter dem Titel „So war’s früher“, erläutert Potthoff. „Neben alten Ansichtskarten und historischen Fotografien kamen auf die zwölf Monatsblätter einmal auch zwölf Holzschnitte mit Dülmener Motiven vom bekannten Holzschnitzer Heinrich Everz.“ Kaiser war begeistert: „Ein wundervolles Werk! Wirklich, so war’s früher!“ Und weiter: „Die Linien der ruhigen, klaren Holzschnitte ziehen nun meine Gedächtnislinien nach und vertiefen und kräftigen sie.“ Und er fügte noch hinzu: „Zugleich Dank, vielmals Dank für Heimatblätter!“
Anderthalb Jahre später, am 15. Oktober 1986, ließ Friedrich Kaiser den Dülmener Heimatverein wissen: „Das Paket mit den beiden Bildbänden und weiterem reichlichem Material über unser Dülmen ist in sehr gutem Zustand hier angekommen.“ Die Rede ist von dem von Heinz Brathe herausgegebenen Werk „Dülmen. Von der Bauerschaft zum zentralen Ort. Beiträge zur Geschichte der Stadt.“ Bischof Kaiser: „Ich habe schon einige heimatliche Stunden damit verbracht, alles durchgesehen und bereits manches gelesen. … Unglaublich und wirklich bewundernswert ist das. … Nochmals danke ich Ihnen sehr für Ihre Aufmerksamkeit. Selbst an die neueste Nummer der ‚Dülmener Heimatblätter‘ haben Sie gedacht. Das ist für mich immer kostbare Lektüre.“
Am 9. und 10. September 2017 waren Schwester Flavia aus Peru und Schwester Maura aus Chile zu Besuch in Dülmen, um sich für eine Geldspende zu bedanken, die vom Perukreis St. Joseph zu Beginn des Jahres überwiesen wurde. Von dieser Spende konnte Regenkleidung für Kinder im Missionsgebiet Caraveli gekauft werden. Durch starke Regenfälle war diese Anschaffung zwingend notwendig.
Die Schwestern erhielten am Freitag einen Einblick in die Werkstätten Karthaus und am Samstag nahmen sie an einer Tour der Gremien von St. Viktor durch das Gemeindegebiet teil. Gemeinsam wurden die Kirchen St. Agatha und St. Jakobus, die Klosterkirche Maria Hamicolt und die Hostienbäckerei besichtigt.
Weitere Stationen der Schwestern werden Paderborn, das Sauerland und Bonn sein, um dort von ihrer Arbeit in Peru und Chile zu berichten.
Langjähriger Einsatz
Im Peru-Kreis St. Joseph hat ein Generationenwechsel stattgefunden: Neue Gesichter, neue Ideen. Dabei entwickelt der Kreis engagierter Aktivistinnen eigentlich nur weiter, was in Jahrzehnten grundgelegt und mit viel Leidenschaft gelebt wurde – nämlich der Solidarität mit notleidenden Menschen auf einem fernen Kontinent einen konkreten Ausdruck zu geben. So manche Idee wurde im Laufe der Zeit umgesetzt, um Spenden zu sammeln und die Situation der Menschen in Peru in ein breiteres Bewusstsein zu bringen. Dabei bezog sich das Engagement auf das Gemeindegebiet von St. Joseph. Im Fokus stand, angeregt durch die Dülmener Schwester Klara Sietmann, die Unterstützung des Familienzentrums „Comedor“ in Tablada, einem Vorort von Lima. Insbesondere wurde die dortige Schulspeisung regelmäßig von Dülmen aus gefördert.
Erweiterung des Engagements
Die Dülmener Gemeindefusion 2014 brachte es mit sich, dass eine andere Region bzw. Peru-Initiative in den Blick rückte, nämlich das Wirken der Schwesterngemeinschaft von Caraveli in den Anden. Diese, 1961 vom Dülmener Missionsbischof Friedrich Kaiser gegründet, wird seit Jahrzehnten von St. Viktor aus unterstützt, namentlich durch die dortige kfd-Gruppe. Zwei Peru-Projekte, die nebeneinander herlaufen? Hier Tablada, dort Caraveli? Der bisherige Peru-Kreis St. Joseph hat entschieden, künftig die Aktivitäten zugunsten beider Projekte zu bündeln. Der Ortsausschuss St. Joseph hat diese Überlegung umgehend gutgeheißen. Sowohl die Initiative „Milch und Brot“ für Tablada als auch die segensreiche Arbeit der Caraveli-Schwestern sollen demnächst wie folgt gefördert werden: Nach Tablada fließen dann die Einnahmen vom Osterkerzenverkauf, von den Kindern der AKE-Schule aus den Spendenkästchen sowie aus den Zuwendungen der Dauerspender. Nach Caraveli gehen die Spenden aus dem Literatur-Café, vom Basar, aus den Spendengläsern sowie vom internationalen Frauentreff. Wichtig bleibt, da sind sich alle im Peru-Kreis einig, auch in Zukunft, die Dülmener regelmäßig auf dem Laufenden zu halten, indem etwa aus der Korrespondenz mit den peruanischen Kontaktpartnern berichtet bzw. der Fortgang konkreter Projekte durch Bilder und Fakten dokumentiert wird. Und ganz wichtig: Auch engagierte Mitstreiter und Mitstreiterinnen werden noch gesucht und sind herzlich willkommen.
Bericht aus dem Viktorboten 11, Pfarrbrief der Katholischen Kirchengemeinde St. Viktor





