2018
Am Freitag, 28. September 2018, war es so weit: der Kanonisierungsprozess zur Vorbereitung der Seligsprechung von Friedrich Kaiser, dem aus Dülmen stammenden Herz-Jesu-Missionar und ersten Bischof von Caravelì, wurde offiziell eröffnet. Dazu fand um 11.00 Uhr (Ortszeit Dülmen: 18.00 Uhr) im Priesterseminar von Lima ein kleiner Festakt statt, den der zuständige Erzbischof, Kardinal Juan Luis Thorne, leitete. Nachdem die Anwesenden zunächst den Heilig-Geist-Hymnus „Veni Creator Spiritus“ anstimmten, wurden das einschlägige Dekret der vatikanischen Kongregation für Selig- und Heiligsprechungsverfahren sowie die Konstitutionen des künftigen „Tribunals“ verlesen. Das „Tribunal“, deren Mitglieder offiziell ernannt und vor Kreuz und Bibel vereidigt wurden, wird das weitere Untersuchungsverfahren in der „Causa Kaiser“, zumal die Vernehmung von Zeugen, kritisch begleiten. Schwester Maria Inmaculata von der (durch Kaiser gegründeten) „Gemeinschaft vom lehrenden und sühnenden Heiland“ stellte eine Liste der demnächst zu vernehmenden rd. 50 Zeugen vor, die Bischof Kaiser erlebt und gekannt haben.
Eröffnungsrede von Kardinal Juan Luis Thorne als PDF >
Fotos: https://arzobispadodelima.org
„Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren“ (Lc 2,11)
Diese Worte des Heiligen Lukas bilden die Grundlage für die Hoffnung unsere Welt.
Die Geburt des Erretters ist das Zeichen, dass Gott uns nicht allein lässt.
Denn es ist geboren die Liebe.
Denn es ist geboren der Friede.
Denn es ist geboren die Gerechtigkeit.
Denn es ist geboren die Hoffnung.
Denn es ist geboren die Freude.
Denn es ist geboren Christus der Herr.
Möge Gott in diessem Weihnachten mit seinem Licht unsere Herzen erleuchten, und für das kommende Jahr schenke uns Friede, Freude, Liebe und Hoffnung.
Im Namen aller Seeelsorgeschwestern aus Perú
Ihre
Schwester Maria Jacinta, MJVV und Schwester M.Flavia, MJVV
Ein Tourenbegleiter durch NRW auf den Spuren von Bischof Friedrich Kaiser. Diesen Untertitel hat Pfarrer Markus Trautmann seinem neuen Buch gegeben, das im Selbstverlag erschienen ist. Sieben Touren beschreibt er darin, eine in jedem Kapitel. Mal mit dem Fuß, mal mit Rad und Bahn war Trautmann unterwegs - aber immer mit Bezug zum aus Dülmen stammenden Bischof Friedrich Kaiser, dessen Seligsprechungsprozess derzeit vorbereitet wird.
Es geht zu den Herz-Jesu-Missionaren nach Münster, nach Vussum in die Voreifel (hier hat Kaiser sein Noviziat absolviert) oder nach Paderborn, wo Kaiser seine Priesterweihe empfing. Das erste und das letzte Kapitel befassen sich mit Rundgängen in Dülmen, wo der Kaiser-Bezug natürlich besonders ausgeprägt ist. Klar, dass da auch die Bischof-Kaiser-Straße am Waldfriedhof nicht fehlen darf, wo seit zwei Jahren eine Tafel an den späteren Missionsbischof erinnert.
Aber wer jetzt eine Art Ratgeber erwartet, mit konkreten Streckentipps oder einer Liste von Unterkünften oder Cafés, der wird sich wundern. Vielmehr handelt es sich bei den sieben Kapiteln des Buches um sehr persönliche und detaillierte Berichte Trautmanns von seinen Touren. Mal allein, mal in der Gruppe war er unterwegs. Tief taucht der Leser dabei in das Leben von Friedrich Kaiser ein, lernt Lebensstationen, Ausbildungs- und Wirkungsstätten des Mannes kennen, der bis zu seiner Ausreise nach Südamerika die ersten 35 Jahre seines Lebens allein in NRW verbrachte. Auch die Herz-Jesu-Missionare, zu denen der Dülmener gehörte, tauchen häufig auf. Zwei kurze Exkurse sowie ein übersichtlicher Lebenslauf von Kaiser runden das Buch ab.
Das wartet zudem mit vielen Bildern auf: Historische Aufnahmen von Bischof Kaiser stehen neben Fotos, die ganz aktuell auf Trautmanns Touren entstanden sind.
Markus Trautmann: „Sieben Wege. Ein Ziel.“, Selbstverlag, 2018, 148 Seiten, 7,50 Euro
Rezension der Dülmener Zeitung, Kristina Kerstan
Eine ganze Woche arbeiteten Schwester Flavia und Schwester Davidis im Archiv der Herz-Jesu-Missionare in Münster-Hiltrup: Sie sichteten und kopierten zahlreiche schriftliche Unterlagen, die im Seligsprechungsverfahren für Bischof Friedrich Kaiser wichtig sind, um dessen Leben und Wirken zu dokumentieren. So enthält das Ordensarchiv interessante Dokumente aus der einschlägigen Personalakte, aus der Peru-Korrespondenz der Gemeinschaft sowie aus dem Bildarchiv. Archivarin Sabine Heise und Provinzial Dr. Martin Kleer msc unterstützen die beiden Ordensfrauen tatkräftig.
Am Montag, 26. November, durften ihnen dabei einige Mitglieder aus dem Perukreis über die Schulter blicken.
Im Rahmen von „Glauben erlesen“, der Veranstaltungsreihe von Familienbildungsstätte und Kirchengemeinde St. Viktor, wurde heute das neue Buch von Pfarrer Markus Trautmann in der FBS Dülmen vorgestellt.
In der Neuerscheinung "Sieben Wege. Ein Ziel" führen insgesamt sieben Touren zu Lebensstationen bzw. Ausbildungs- und Wirkstätten von Friedrich Kaiser, die sich mit seinen ersten 35 Lebensjahren verbinden.
Nachdem Pfarrer Trautmann zunächst Passagen aus Reiseberichten von Johann Jörgensen und Werner Bergengruen vorgetragen hat, nahm er die Zuhörer mit auf drei seiner sieben Touren. Die lebendige und aktive Sprache der Tourenbeschreibungen begeisterte die Gäste so sehr, dass sie im Anschluss an die Lesung das neue Werk gleich erwarben und vom Autor signieren ließen.
Auch das neue Lied zu Ehren Bischof Friedrich Kaiser > wurde von Pfarrer Trautmann getextet und an diesem Abend gemeinsam gesungen.
Sieben Wege. Ein Ziel.
– Ein Tourenbegleiter durch NRW auf den Spuren von Bischof Friedrich Kaiser
Markus Trautmann
Eigenverlag
ISBN 978-3-00-060863-6
148 Seiten, 7,50 Euro
Am Dienstag besuchten die peruanischen Schwestern Flavia und Davidis gemeinsam mit Pfarrer Markus Trautmann die bischöfliche Marien-Realschule. Sie berichteten den interessierten Schülern vom Leben der Ordensschwestern in den Anden. Dort nehmen sie manche Gefahren auf sich, um die entlegenen Gemeinden zu erreichen und dort in Seelsorge, Krankenfürsorge und Bildung zu wirken. Diese ganz andere Lebens- und Glaubenswelt wurde den Jugendlichen durch Videos, Fotos und Erzählungen sehr anschaulich nahe gebracht.
Pfarrer Trautmann ergänzte den Vortrag durch Berichte aus dem Leben des Gründers der Ordensgemeinschaft, Bischof Friedrich Kaiser aus Dülmen.
Bericht der Dülmener Zeitung
Rebecca Küsters auf den Spuren des Peru-Kreises
Drei Monate reiste Rebecca Küsters mit dem Rucksack durch Lateinamerika: „Von Ecuador bis Chile die Küste runter“ beschreibt sie ihre Reiseroute, die sie auch durch Bolivien und Peru führte. Auch wenn sich die Dülmener Journalistik-Studentin touristische High-lights angesehen hat, besuchte sie doch vor allem kleine Orte. Sie wollte authentisch erfahren, wie die Menschen dort leben.
Einen Stopp legte sie in Lima ein. Dort besuchte sie eine Suppenküche in Tablada, einer Gemeinde in den Slums von Lima, die vom Peru-Kreis der Kirchengemeinde St. Joseph in Dülmen seit Jahrzehnten unterstützt wird. Während ihres Praktikums in der DZ-Redaktion hatte Rebecca Küsters über die Arbeit des Peru-Kreises berichtet. Nun konnte sie vor Ort sehen und erleben, wie die Hilfe aus Dülmen in Tablada ankommt. Einerseits, das gibt sie offen zu, war sie erschrocken, wie einfach dort alles ist. Die Hilfe aber, das hat sie gesehen, ist dort willkommen. Und sehr nötig. „Es war schön zu sehen, wie gewissenhaft mit den Spenden aus Deutschland umgegangen wird“, sagt sie.
Überraschend war für sie immer wieder, mit welcher Freundlichkeit und Offenheit ihr die Einheimischen begegneten.
Diese Erfahrung wiederholte sich, als sie die Missionder Schwestern in Caravelí in den Anden besuchte. Dort verbrachte sie eine ganze Woche, die einen tiefen Eindruck hinterlassen hat. Sie lebte in dem Kloster, begleitete die Schwestern zu Missionsfahrten in kleine Dörfer. Sie erlebte Menschen, diesehr religiös sind, zugleich sehr zupackend, lebenspraktisch und lebensnah. „Die Schwestern übernehmen alle Arbeiten, die anfallen“, erzählt sie. Dazu gehört auch die umfangreiche Gartenarbeit, denn die Schwestern sind Selbstversorger.
Der Respekt für die Schwestern, aber auch die Menschen, die dort unter schwierigen Bedingungen leben, ist groß. Und die Erkenntnis, dass eine Spende von zehn Euro aus Dülmen dort viel Gutes bewirken kann und eine wirkliche Hilfe ist. Im Viktorboten, dem Informationsheft der Großgemeinde St. Viktor, hat Rebecca Küsters ausführlich über ihre Reise berichtet. Ein Peru-Abend, an dem sie persönlich ihre Erfahrungen schildert, ist vorgesehen - aber noch nicht konkret geplant.
Bericht der Dülmener Zeitung, Claudia Marcy
Vor 25 Jahren starb Friedrich Kaiser
In diesem Jahr, nämlich am 26. September, jährt sich zum 25. Mal der Todestag von Bischof Friedrich Kaiser. Schwester Willibrordis, seine langjährige Wegbegleiterin und Mitgründerin der „Misioneras de Jesus Verbo et Victima“, hielt die letzten Stunden des Hochbetagten in einem Gedächtnisprotokoll fest.
Am Nachmittag des Samstags, 25. September 1993, konnte der 90jährige Bischof plötzlich seine Beine nicht mehr bewegen. „Mir schien die Sache sehr ernst, vor allem wegen seiner Kurzatmung. Ich hatte den Eindruck: Seine Stunde ist da, es geht zum Sterben. Es selbst sagte: Die Schwestern mögen zur Kapelle gehen. … Unvergesslich wird uns die Nacht vom Samstag auf den Sonntag sein. Wir, die bei ihm wachten, beteten mit lauter Stimme. In den Pausen betete unser kranker Vater mit kräftiger Stimme ein Stoßgebet oder eine Bibelstelle, z.B. ‚Gott ist die Liebe‘, ‚Mein Gott, ich liebe Dich‘. Öfters wiederholte er: ‚Es lebe Christus König.‘ Das Wort König betonte er stark. Wir wiederholten seinen Ausruf im Chor mit der gleichen Betonung.
Gegen 5.00 Uhr wurde er unruhig. Er wolle unbedingt die heilige Messe feiern. ‚Die heilige Messe, die heilige Messe‘ sagte er – und: ‚Ich muss doch meine Tagesordnung einhalten.‘ Später stellten wir seinen Messkelch von ihn hin, den er seit der Primiz – mit wenigen Ausnahmen wegen Krankheit – täglich benutzt hatte. Der Kranke berührte ihn ehrfürchtig. Danach reichte ich ihm die hl. Kommunion.
Wegen der ungünstigen Witterung in Lima konnte das Flugzeug erst um 11.00 Uhr in Caravelí landen. Die Frage des Arztes, ob er bereit sei nach Lima in die Klinik zu reisen, beantwortete er mit Staunen und Schweigen, ließ aber dann alles mit sich geschehen. Er hatte mir mal vor Jahren gesagt, man möchte ihn nicht mehr nach Lima transportieren, wenn er krank würde. ‚Ich habe das Alter zum Sterben und hier möchte ich sterben.‘
Um 15.30 Uhr landeten wir in Lima, um 16.30 Uhr in der Klinik. In der Intensivstation konnte ich erst gegen 18.00 Uhr zu ihm kommen und nur für einige Minuten.
Wegen der Sauerstoffmaske konnte ich seine letzten Worte nicht mehr verstehen. Leider wusste ich nicht, dass die Ärzte im Operationssaal auf ihn warteten. Ich glaubte, die Operation sei später und gab dem Drängen der Schwestern nach, mich zurückzuziehen. Vier Schwestern blieben in der Klinik.
Um 20.00 Uhr kam freudevoll unser Arzt zu den vier Schwestern mit der guten Nachricht, alles sei gut verlaufen, seine Beine haben wieder Leben. Sie seien warm und beweglich. Es sei ‚nur‘ noch eine zweite Intervention nötig. Eine andere Arterie sei noch verstopft, die den Darm lahm legte. Diesen zweiten Eingriff hat das Herz nicht überstanden. Um 20.45 Uhr stand es still.“
Am Donnerstag, dem 30. September erfolgte die Beisetzung von Bischof Kaiser in Caravelí. Am Grabe sprach damals die stellvertretende Bürgermeisterin des Ortes die folgenden eindrucksvollen Worte:
„Ein heiliger Priester warst Du! Deine Worte waren Worte des Trostes und der Verzeihung. Deine karitativen Hände ermüdeten nie, Gutes zu tun. … Die Tränen, die wir heute weinen, sind wenige im Vergleich zu der Hingabe, die Du uns schenktest. Vielleicht erkennen wir nicht die unzähligen, kostbaren Wohltaten, die Deine Prälatur, insbesondere Dein Caravelí, erfahren hat. … Du hattest die Gabe, ganz tief in unseren Herzen anzukommen, weil wir bei Dir Verständnis fanden. Klug und weise waren Deine Ratschläge, gerecht Deine Handlungsweise. … Deine Geistesbildung, Dein zugängliches Wesen, Deine ansteckende Freude vermochte die von Dir gegründete Kongregation vom lehrenden und sühnenden Heiland in verschiedenen Diözesen Perus und Lateinamerikas auszubreiten. Mit überströmender Freude mögen Dich alle Engel und Heiligen zum Throne Gottes führen, wo Du Anteil haben wirst an der Herrlichkeit Gottes. … Unser Bruder Monsignore Bischof Kaiser ruhe in Frieden!“
Beitrag aus dem Viktorboten 15, Pfarrbrief der Katholischen Kirchengemeinde St. Viktor
Rebecca Küsters aus Dülmen war in diesem Sommer in Peru unterwegs, um die vom Perukreis unterstützten Projekte zu besuchen.
Auf Radio Kiepenkerl durfte sie von ihren Eindrücken berichten.
Mitschnitte von www.radiokiepenkerl.de:
Gute Nachrichten aus Rom: Kardinal Angelo Amato, Präfekt der vatikanischen „Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse“, hat am 27. Juni 2018 in einem Schreiben an den Erzbischof von Lima, Juan Luis Kardinal Cipriani Thorne, die offizielle Genehmigung zur Führung eines Seligsprechungsverfahrens für Bischof Friedrich Kaiser erteilt. Nachdem seit 2010 auf diözesaner Ebene der sogenannte „Informativprozess“ vorangetrieben wurde, nimmt die Angelegenheit jetzt eine wichtige Hürde. Friedrich Kaiser, geboren 1903 in Dülmen, wanderte 1939 als Herz-Jesu-Missionar nach Peru aus. „Hier wollte er ganz bewusst ‚an die Ränder‘ gehen, wie Papst Franziskus sagen würde“, erläutert der Dülmener Pfarrer Markus Trautmann. So schien es fast folgerichtig, dass Kaiser ab 1957 der erste Leiter der Prälatur von Caraveli in den Hochanden wurde. Hier gründete er die „Missionarinnen vom lehrenden und sühnenden Heiland“, eine Gemeinschaft von Seelsorgeschwestern „für die Verlassensten“, so der Anspruch Kaisers. 1963 erhielt Friedrich Kaiser in der Viktorkirche in Dülmen durch Bischof Joseph Höffner die Bischofsweihe. Er verstarb vor 25 Jahren, am 26.Septemer 1993, in Lima. Schwester Inmaculata, Mitglied der von Kaiser gegründeten Gemeinschaft und seit langem mit der „Causa Kaiser“ befasst, freut sich: „Nun bitte ich um Ihren Segen und das tägliche Gebet, damit wir bald ein Datum für den ofiziellen Anfang bekommen können.“ Danach, so führt die Ordensfrau in einem Brief an die Dülmener Kirchengemeinde St. Viktor aus, werde ein „Tribunal“ gebildet, das dann die Bestellung und Anhörung von Zensoren, Experten und Zeitzeugen aufnimmt. Damit soll das heiligmäßige Leben Friedrich Kaisers und der vorbildliche Charakter seines Wirkens untersucht werden. Auch wenn jetzt neue Aufgaben und Herausforderungen auf den Orden zukommen, kann Schwester Inmaculata dennoch sagen: „Ich bin sehr glücklich. Mit Gottes Hilfe und großem Vertrauen gehe ich weiter. Ich weiß, meine Mitschwestern und viele Menschen begleiten diese Arbeit.“
Gedanken zum „Coesfelder Kreuz“
Zeitlebens blieb der aus Dülmen stammende Gründer der Seelsorgeschwestern von Caraveli, Bischof Friedrich Kaiser (1903-1993), seiner münsterländischen Heimat verbunden: Hier ist er aufgewachsen und auch von klein auf religiös geprägt worden. Denn auch eine Landschaft bzw. eine Kulturlandschaft kann die spirituelle Mentalität eines Menschen beeinflussen. „Das Münsterland ist altes Kirchengebiet“, so bemerkte der berühmte Erzähler Werner Bergengruen, als er 1933 mit dem Fahrrad Westfalen bereiste und später in seinem Buch „Deutsche Reise“ auch Dülmen beschrieb. „An Landstraßen und Wegekreuzungen, vor den einsamen Bauernhöfen stehen die Bildstöcke, der Gekreuzigte, die Muttergottes, Sankt Antonius; wunderbare Beseelung der Landschaft, die Natur wird der Gnade unterstellt.“
Hier im Münsterland werden seit jeher ganz besondere Kreuzesdarstellungen verehrt – nämlich sogenannte Gabelkreuze. Es gibt diese holzgeschnitzten mittelalterlichen Passionsdarstellungen etwa in Haltern St. Sixtus, Bocholt St. Georg oder Schöppingen St. Brictius. Aber keines von diesen Kreuzen erfasst das Leiden und Sterben Jesu in so einmalig drastischer Weise wie das „Coesfelder Kreuz“ in St. Lamberti in Coesfeld. Die selige Anna Katharina Emmerick, an deren Grab der junge Friedrich Kaiser oft gebetet und innerlich gerungen hat, wurde gerade durch dieses eindringliche Passionsbild inspiriert. Auf ihrem früheren Grab an der heutigen Kreuzkirche steht heute eine moderne Nachbildung des markanten Gabelkreuzes, allerdings mit einem bronzenen Korpus. Eine sandsteinerne Nachbildung finden wir vor der Merfelder Kirche.
Darüber hinaus befinden sich Nachbildungen des „Coesfelder Kreuzes“ seit vielen Generationen in zahllosen Haushalten oder kirchlichen Einrichtungen im Münsterland, aber auch im ganzen Bistum Münster. Ein Foto aus den 1960er Jahren zeigt Friedrich Kaiser vor einem solchen Kreuz in einer Wohnung bei einem Verwandtenbesuch in Dülmen. Im vergangenen Sommer kam von Schwester Inmaculata aus Peru die Anfrage, einige „Coesfelder Kreuze“ zu schicken, damit sie künftig in Einrichtungen und Diensträumen der Schwestern ihren Platz fänden – und an die ferne Heimat des Gründers erinnern. Durch Schließungen von Ordenshäusern und durch private Haushaltsauflösungen sind hierzulande momentan viele „Coesfelder Kreuze“ (leider) ohne Verwendung. Drei davon, von Dülmenern gespendet, konnten Schwester Maura und Schwester Flavia im September, kurz vor ihrem Rückflug nach Peru, in Empfang nehmen.
So bedauerlich es ist, dass das „Coesfelder Kreuz“ als religiöses „Markenzeichen“ des Münsterlandes zunehmend aus dem Blick gerät: so schön ist der Gedanke, dass diese Kreuze im fernen Südamerika eine neue Wertschätzung und Verehrung erfahren. Die Übergabe der Kreuze an die „Misioneras“ sind von einer gewissen Symbolik: Das Kreuz umspannt alle Zeiten und Generationen, alle Nationen und Kontinente. Die Ergriffenheit über den mitleidenden Christus kann Anstoß sein, selbst Mitgefühl und Hingabe zu wagen – über Kultur- und Landesgrenzen hinweg. Und das im Sinne Jesu, dem „Verbum et Victima“ (d.h. Wort und Opfer), wie ihn die Missionsschwestern von Caravelì vereh- ren: „Am Kreuz erhöht, werde ich alle an mich ziehen!“ (Johannes 12,32)
Bericht aus dem Viktorboten 14, Pfarrbrief der Katholischen Kirchengemeinde St. Viktor
Lieber Peru-Kreis!
Empfangen Sie einen herzlichen Gruß von Caravelí in dieser heiligen Zeit der Fastenzeit, wo wir noch eine gute und ruhige Sommerzeit genießen können.
Der Monat Februar war für uns im Mutterhaus ein Monat voller Überraschungen und Aktivitäten für unsere Missionare. In Caravelí trafen sich insgesamt 130 Schwestern. Sie hatten einige manuelle und theologische Kurse, Auch hatten sie einige kleine Gaben, die wir dank der Spenden, die wir erhielten, und der Dinge, die sie uns aus Deutschland schickten, überreichten. Heute sind alle in ihren Missionsstationen wieder in ihrer Evangelisierungsarbeit. Jeder unserer Missionarinnen trägt in seiner Seele Dankbarkeit für Gott für die geistlichen Güter, die sie erhalten hat, und auch für die Dankbarkeit unserer Wohltäter in Deutschland.
Unsere Schwestern waren sehr glücklich mit dem, was sie bringen konnten. Besonders unsere Schwestern von Patmos Pullo, denn im Januar haben viele Menschen durch das Erdbeben von Acari viele materielle Verluste erlitten.
Jetzt sind wir dran an einer Woche spiritueller Exerzitien. Vom 12. bis 19. März . Ich bitte um Gebete für uns alle und ich verspreche auch unsere Gebete besonders für Ihre Gesundheit und Familie. Viele Grüße von Schwester Inmaculata.
Ihre dankbare
Schw. Flavia MJVV
Lieber Perukreis!
Vorbereitung für den Besuch unseres Papst Franziskus in unserem Land, Ich grüße Sie im Namen aller Schwestern die in den Missionen in Lateinamerika arbeiten.
Zu Unserer Freude und mit großen Erstaunen waren Sie auf der Spendeliste vom Dezember mit so einer großen Gabe vertreten. Ihre Hilfe ist uns sehr notwendig für unsere Arbeit in den Anden.
In diesen Monat mit Ihre Spende haben wir die Armen helfen gekonnt, besonders glücklich waren die notleidende Kinder von den verschiedenen Missionen sein. In dieser Missionen unsere Schwestern sin gut angekommen mit dem unvergleichlichen Geschenk der Gnade und dir Freude, hatten wir Dank der großherzigen Spenden, die uns erreicht hatten, die Möglichkeit, den Kindern Schuhe und Spielzeuge zu schenken am Weihnachten. Da unserer Schwestern viele Dörfer besuchten, mussten sie ihre Augenmerk auf die Ärmsten richten, doch die Wahl fiel uns sehr schwer. Die etwas größeren Kinder bekamen wichtige Schuhe und ein klein Spielzeuge und den etwas Kleineren gaben wir die schönes Spilzeuge etwas großerer. Die Freude war riesengroß und auch für die Eltern das hätten sich gefreut und dankbare. Die Kinder tauschten ihre durchlöcherten Schuhe gegen ihre neuen und warmen Schuhe ein und strahlten vor Freude. Diese Freude, die unserer Schwestern den Kindern aus den Anden schenken durfte, ist für sie das größte Geschenk geworden, das Gott in ihre Missionsarbeit gegeben hat.
In unsere Mutterhaus in diesen Tage kommen auch wieder viele Mädchen, zur Zeit sind 24. In Caravelí sind auch 21 Novizinen und 24 Juniorinen in der Ausbildung sie sind fleissig und sehr glüclicht mit der Berufung für werden Missionarinen.
Mit den besten Wünschen verabschiede ich mich von Ihr, ich bitte für Sie und Ihre Familie, in diesem Neuen Jahr 2018, um den Segen Gottes, denn „an Gottes Segen ist alles gelegen“.
In Dankbarkeit grüße ich Sie in Namen alle Schwestern
Ihre
Schw. Flavia MJVV
Reinhold Nann ist Bischof von Caravelì
Am 22. August 2017 wurde Reinhold Nann in sein neues Amt als Bischof der Prälatur von Caravelì eingeführt. Einige Tage zuvor, am 15. August, war er in Trujilla zum Bischof geweiht worden.
Reinhold Nann wurde am 25. August 1960 in Breisach geboren und am 31.Mai 1987 in Freiburg zum Priester geweiht. Er gehört dem Schönstatt-Institut der Diözesanpriester an. Bis 1992 war er Vikar in Mannheim und Waldkirch, dann ging er bis 1996 und erneut ab 2002 nach Peru. Hier war er als Pfarradministrator in verschiedenen Gemeinden des Erzbistums Trujillo tätig. Von hier aus koordinierte er zwischen 2004 und 2012 die Partnerschaft dieses Erzbistums mit seiner Heimatdiözese. Seit 2017 wirkte Nann als Pfarrer in der Amazonasregion, doch bereits am 27. Mai 2017 erfolgte die Ernennung zum Prälaten der Territorialprälatur Caravelí durch Papst Franziskus.
In seinem eigenen Blog (http://reinholdnann.blogspot.de/2017/) stellt sich Reinhold Nann vor und erläutert sein Verständnis vom Bischofsamt:
„Ich bin ein Missionar, kein Kirchenfunktionär. In jedem Menschen und in jeder Kultur und Religion entdecke ich zuerst das Positive, entdecke ich Gott bereits gegenwärtig und freue mich darüber. Erst dann gebe ich Zeugnis von meinen Erfahrungen mit Gott. Im Dialog, ganz ohne Druck und Rechthaberei, nicht wie so manche früheren Missionare. Erst geht es um den Menschen, dann um Gott. Das geht nur gemeinsam, dann kommt Kirche ins Spiel.
Ich liebe die Kirche. Sie ist eine Mutter für mich. Etwas in die Jahre gekommen, mit Runzeln und so. Auf meine Mutter lasse ich nichts kommen, aber natürlich darf ich als Sohn auch Klartext reden. Ich halte viel auf Familientradition, aber ohne ständige Erneuerung geht die Familie zugrunde. Die Figur des Jesus von Nazareth und von Papst Franziskus faszinieren mich, ebenso Taizé und die Befreiungstheologie (allerdings ohne sozialistischen Hintergrund). In der Schönstattbewegung habe ich schon früh meine geistliche Heimat und tragende Gemeinschaft gefunden. Dort habe ich gelernt, im Bündnis zu leben und zu arbeiten: mit Gott, mit allen lebendigen Kräften und Strömungen der Kirche, vor allem mit dem einfachen Volk.
Ich versuche in der Kirche nicht zu polarisieren. Ich kann in Progressiven und Konservativen etwas Gutes finden und mit Ihnen zusammenarbeiten. Ich werde vor allem mit den Armen eine Kirche der Armen bauen (meine Prälatur ist eine der ärmsten Perus), die Reichen dürfen gerne dabei mithelfen. Ich kämpfe nicht um Programme oder Ideen, sondern für die kleinen Leute. Ich suche den Feind nicht in Personen und Gruppen, sondern im Materialismus und Konsumismus, die sich in den Haltungen von uns Menschen ausdrücken, auch bei mir. Ich will ungefähr das Gegenteil von einem Protz-Bischof sein. Ich weiß, dass ich damit einige provozieren werde, aber es geht mir nicht um die Personen sondern um eine konsequente Haltung.
Ich wollte nie Bischof werden. Ich wollte Karriere nach unten machen. Wie Jesus eben. ‚Obwohl er von da oben war, hat er sich selbst klein gemacht und wurde in allem dem einfachen Volk gleich‘ (Phil 2). Und dann wurde Franziskus Papst. Und machte es genauso. Er will keine Bischöfe mit ‚Prinzengehabe‘ sondern ‚Hirten mit Stallgeruch‘. Das ist meins. Ich bin ein Allrad-Missionar mit Schlamm an den Schuhen. Jetzt wird es mir immer klarer: Genau den will Franziskus als Bischof haben. In einer Kirche, die eher einem Feldlazarett gleicht. Nicht ich muss mich verändern, das Bischofsamt ist sich am ändern. Da bin ich dabei. Jetzt kann ich mit Freude dazu ja sagen.“
Einer seiner Mitbrüder in der Schönstatt-Priesterliga, Dr. Christian Löhr, hat einen eindrucksvollen Bericht über die Ankunft und Begrüßung des neuen Bischofs, Reinhold Nann, in Caravelì verfasst. Auch seine kurze Visite am Grab von Bischof Kaiser beschreibt Löhr:
„Auf der anderen Seite der Straße betrete ich noch kurz den Klostergarten der Schwestern, um in der Kapelle mit den Gräbern von Bischof Kaiser und der deutschen Gründerin zu beten. Für beide läuft ein Seligsprechungsprozess. Einige Schwestern, die gerade da sind, freuen sich über meinen Besuch und erklären mir ihr Apostolatsfeld: sie gehen in die Pfarreien, die keinen eigenen Priester haben und versuchen eine Situation vorzubereiten, dass ein Priester kommen kann oder geistliche Berufungen in der Bevölkerung wachsen.“
Bischof Nann hat, wie bei Bischöfen üblich, ein Bischofsmotto und ein Bischofswappen. Auf einem kleinen Gedenkbildchen erklärt der neue Bischof Motto und Wappen:
„Mein Bischofswappen heißt: ‚Evangelium für die Armen‘. Es ist ein Auszug aus meinem Wahlspruch zur Priesterweihe: ‚Der Geist des Herrn hat mich erwählt, den Armen die gute Nachricht zu bringen‘ (Lk 4,18). Dies ist mein Programm, mit Papst Franziskus die Kirche zu erneuern. Eine Kirche der Armen und für die Armen, marianisch, pilgernd und missionarisch. Damit weiß ich mit auch dem Kirchenbild von Josef Kentenich verpflichtet.“
Die vier Teile des Bischofswappens bedeuten:
Ein marianische und mütterliche Kirche: Im Kreuz der Einheit der Schönstattbewegung ist Maria ganz eng mit Christus verbunden. Im Leiden und Mitleiden wird die Kirche zur Mutter.
Eine arme, pilgernde und missionarische Kirche. Fußspuren auf dem Weg in die Anden, hin zu den Armen.
Eine Kirche, die Frucht bringt und aus der Eucharistie lebt. Die Traube steht für das Lebensopfer Christi, aber auch für den Weinbau in der alten Heimat des Bischofs Achkarren und seiner neuen Heimat in Caravelí.
Eine Kirche als Guter Hirt. Sie sucht nicht sich selbst, sondern die Verlorenen. Mit Hirten, die nach Schafstall riechen.
Peruanischer Bischof besuchte Dülmen
Erst im vergangenen Sommer wurde er als Bischof von Caraveli in den peruanischen Hochanden in sein Amt eingeführt – und schon nutzte er seinen ersten Heimaturlaub in Deutschland, um den Geburtsort seines Vorvorvorgängers Friedrich Kaiser aufzusuchen: Reinhold Nann, geboren 1960 und ursprünglich Priester des Erzbistums Freiburg, ist seit August 2017 der dritte Nachfolger des aus Dülmen stammenden Missionsbischofs. Nachdem er dem Orden der Herz-Jesu-Missionare in Münster-Hiltrup einen Besuch abgestattet hatte, begab sich der frischgebackene Bischof am Donnerstag, dem 22. Februar 2018, nach Dülmen. Hier ließ er sich von Pfarrer Markus Trautmann die Viktorkirche zeigen: An dieser Stätte wurde Friedrich Kaiser 1903 getauft, 1916 gefirmt und 1963 zum Bischof geweiht. Im Anschluss führte Pfarrer Peter Nienhaus den Gast durch die Kreuzkirche bzw. durch die Emmerick-Gedenkstätte.
Von Bischof Kaiser hörte Reinhold Nann erstmals, als er im vergangenen Jahr seinen neuen Sprengel bzw. seinen neuen Amtssitz aufsuchte. Dort, in Caravelì, haben die „Missionsschwestern vom lehrenden und sühnenden Jesus“ ihren Sitz und betreuen die Grabstätte ihres Gründers. „Bischof Kaiser war eine interessante Persönlichkeit“ – das hat der neue Bischof schon festgestellt. „Er hat sich auf ganz eigene Weise der pastoralen Not des Priestermangels gestellt und einheimische Frauen befähigt, als Seelsorgerinnen eigenverantwortlich und selbstbewusst unter den Menschen zu wirken.“
Dass Bischof Kaiser als „Dickkopf“ verschrien war, ist kein Geheimnis. Reinhold Nann findet das nicht tragisch. Er gehört zur Schönstatt-Priesterliga; auch der Schönstatt-Gründer Joseph Kentenich sah sich mit seinen neuen pastoralen Entwürfen vielerlei Unverständnis und Anfeindung ausgesetzt. „Aber gerade dazu ermuntert uns Papst Franziskus: dass wir Christen Neues ausprobieren“, so Nann. „Und wir Bischöfe sollen vorangehen.“ Reinhold Nann räumt ein, dass Bischof Kaiser in der Gesamtheit der katholischen Kirche Perus eher wenig bekannt sei. „Aber dort, wo die Missionsschwestern wirken, verbreiten und ehren sie sein Andenken.“ Er habe seit seinem Amtsantritt in Caravelì durchweg positive Erfahrungen mit den Schwestern gemacht und freut sich, mit welchem Eifer sie zu den Ärmsten der Armen gehen. „Die gehen wirklich ‚an die Ränder‘, wie es der Papst ausdrückt.“ Gern wolle er als Bischof mitwirken, die Lebensgeschichte Friedrich Kaisers in Peru weiter bekannt zu machen – etwa durch eine spanische Übersetzung der 2016 erschienen Kleinschrift „Friedrich Kaiser. Ein Bilderbuch für Jung und Alt“
„Heilige, auch wenn es nur wenige sind, verändern die Welt.“ Mit diesem Gedanken von Papst Benedikt XVI. endete die 2011 im Laumann-Verlag Dülmen erschienene Biographie Friedrich Kaisers. Inzwischen hat ein anderer das Petrusamt angetreten: Papst Franziskus.
Als der frischgewählte Papst zum ersten Mal von der Balustrade des Petersdoms zu den Menschen sprach, bemerkte er schmunzelnd, mit seiner Wahl haben die Kardinäle ihn „vom Ende der Welt“ nach Rom geholt. Damit meinte er Argentinien und den ganzen südamerikanischen Kontinent. Die Lebensbeschreibung Bischof Kaisers will einen Glaubenszeugen und damit die ihn umgebenden Menschen „vom Ende der Welt“, nämlich aus Peru, in unser Bewusstsein bringen.
Ein weiteres Wort des neuen Papstes machte bald die Runde, an alle Christen und besonders an die Priester gerichtet: „Geht an die Grenzen!“ Dies wollte Friedrich Kaiser. Auch nach seiner Ausreise nach Südamerika lebte er viele Jahre in dem wehmütigen Bewusstsein, dass er in der relativ gut situierten Pfarrseelsorge der Großstadt Lima noch nicht in das „eigentlich“ ihm zugedachte Seelsorgefeld gefunden hatte – bis ihn der von ihm so bezeichnete „Ruf aus den Anden“ ereilte.
Noch ein drittes Wort unseres Papstes sei hier genannt: Papst Franziskus sprach beim Besuch der Flüchtlingsinsel Lampedusa von einer „Globalisierung der Gleichgültigkeit“. Das vorliegende Buch will einen kleinen Beitrag leisten zu einer Globalisierung der Anteilnahme und der Solidarität mit den Gläubigen „am Ende der Welt“. Der Dülmener Friedrich Kaiser kann hierbei ein Brückenbauer sein.
Die Auflage von „Ein Dülmener Dickkopf gibt nicht auf“ ist seit geraumer Zeit vergriffen. Bis es zu einer erweiterten zweiten Auflage seiner Lebensbeschreibung kommt, wird das Werk online der interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.
Dülmen, im Februar 2018
Markus Trautmann
Am 19. Januar 2018 betrat ein hoher Gast peruanischen Boden: Papst Franziskus. Wenngleich der Heilige Vater seine Besuche als Pastoralreisen begreift, so scheut er doch nicht deutliche Worte zu politischen und gesellschaftlichen Themen. In Lima übte Franziskus gegenüber dem peruanischen Staatspräsidenten Kritik an der Umweltzerstörung sowie an der Korruption in Südamerika: "Wir müssen auch auf diese andere Verschmutzung der Umwelt achten, die nach und nach alle lebenswichtigen Strukturen vergiftet – die Korruption. Welchen Schaden richtet dieses gesellschaftliche Virus bei unseren Völkern Lateinamerikas an und bei den Demokratien dieses gesegneten Kontinents? Ein Phänomen, das alles ansteckt, und unsere Mutter Erde und die Armen sind oft die größten Leidtragenden."
Es ist die dritte Reise eines Papstes nach Peru. Zuletzt war Johannes Paul II. 1988 in Peru, davor 1985. Damals, als der Papst vom 1. bis 5. Februar 1985 insgesamt acht peruanische Städte besuchte, kam es bald nach seiner Ankunft in Lima auch zu einer Begegnung mit Bischof Friedrich Kaiser. Beim nächsten Mal, als Papst Johannes Paul II. im Mai 1988 nach Peru kam, war Friedrich Kaiser gerade erst an einem Schlaganfall erkrankt und gesundheitlich schwer angeschlagen.
















