Der Apostel der Anden: Bischof Friedrich Kaiser
In der Mediathek von Radio Horeb skizziert Pfarrer Markus Trautmann in einem Interview > das Leben und die Bedeutung von Bischof Friedrich Kaiser.
Zwei besondere Sandalen aus den Anden begleiteten in diesem Jahr die Weihnachtspredigt > in verschiedenen Kirchen der Dülmener Pfarrei St. Viktor: Schwester Inmaculata und Schwester Maura hatten bei ihrem Besuch in Dülmen im Oktober 2025 zwei Sandalen mitgebracht, die aus alten Autoreifen gefertigt wurden. Solche Autoreifen-Sandalen der Ärmsten, so Pfarrer Markus Trautmann, stünden symbolisch im Widerspruch zum Soldaten-Stiefel, der dröhnend daher stampft, wie es der Prophet Jesaja in der 1. Lesung der Heiligen Nacht beklagt. (vgl. Jes 9,4)
Papst beruft Kardinal Woelki in wichtige Vatikanbehörde
Im vatikanischen „Dikasterium für Selig- und Heiligsprechungen“ wird künftig auch der Kölner Erzbischof Rainer Maria Woelki mitarbeiten. Papst Leo XIV. berief am 6. Dezember insgesamt sieben neue Mitglieder in jene zentrale Behörde der Römischen Kurie, die für die Durchführung und Überwachung der Selig- und Heiligsprechungsprozesse zuständig ist. Auch die angestrebte Kanonisierung von Friedrich Kaiser wird hier verhandelt. Die Mitglieder eines Dikasteriums versammeln sich in regelmäßigen Abständen in Rom, um anstehende Fragen zu erörtern und verbindliche Entscheidungen zu treffen. Dem Dikasterium für die Selig- und Heiligsprechungen gehören neben einem festen Arbeitsstab derzeit 43 Bischöfe, unter denen Kardinal Woelki der einzige Deutsche ist. Die Hauptaufgaben dieses Dikasteriums umfassen die Vorbereitung, also die Prüfung der Dokumentation und Beweise (zum Beispiel der heroische Tugendgrad oder das Martyrium) von Kandidaten auf Diözesanebene. Es geht auch um die Untersuchung, d.h. sorgfältige Prüfung der gesammelten Akten (Positio) durch historische Experten und Theologen. Dann geht es um die Wunderprüfung, also wird bei Bedarf die wissenschaftliche und theologische Untersuchung der dem Kandidaten zugeschriebenen Heilungswunder untersucht. Und schließlich die Entscheidung: Die Vorlage der Ergebnisse gehen an den Papst, der die endgültige Entscheidung über die Selig- oder Heiligsprechung trifft.
Die Adventszeit bietet eine besondere Gelegenheit, sich zu vergewissern, welche Prioritäten ich in meinem Leben setze: wem ich mein Herz öffne – und wo ich „dichtmache“.
Papst Leo XIV. erinnert in seinem Schreiben „Dilexi te“ vom 4. Oktober 2025 an die Verantwortung der Gläubigen gegenüber den Armen und Bedürftigen.
Die Weihnachtsausgabe vom„Ruf aus den Anden“ > geht auf diesen Appell näher ein.
Papst würdigt peruanische Märtyrer
Anlässlich des 10. Jahrestages der Seligsprechung der Märtyrer von Chimbote (7.12.2015) hat Papst Leo XIV. eine Botschaft an die Kirche in Peru, Polen und Italien veröffentlicht. Die drei seliggesprochenen Priester – P. Michał Tomaszek, P. Zbigniew Strzałkowski (beide polnische Franziskaner) sowie P. Alessandro Dordi (italienischer Diözesanpriester) – wurden 1991 ermordet, weil sie sich entschieden hatten, inmitten ihrer Gemeinden in Armut und Gewalt zu bleiben.
Papst Leo betonte, dass das Leben dieser drei Missionare, trotz ihrer unterschiedlichen Sprachen, Kulturen und Stile, die essentielle Botschaft des Christentums zeige: „Die Gemeinschaft, die entsteht, wenn so unterschiedliche Geschichten sich von Christus und in Christus zusammenführen lassen.“Darin sieht Leo einen entscheidenden Appell für die heutige Kirche: Die Verschiedenheit der drei Priester sei in Peru nicht zur Distanz, sondern zu einem gemeinsamen Zeugnis geworden. Ferner erklärte der Papst, dass die wahre Einheit nicht in der völligen Übereinstimmung der Meinungen liege, sondern in der Entscheidung, „unsere Meinung derjenigen Christi anzugleichen“. Das Blut der Märtyrer sei nicht für persönliche Projekte oder Ideen vergossen worden, sondern als „einzigartige Hingabe der Liebe an den Herrn und sein Volk“.
hren Aufenthalt bei den Sacre-Coeur-Schwestern in Bonn-Beuel nutzten Schwester Inmaculata und Schwester Maura am 5. November zu einem besonderen Ausflug: Im nahegelegenen Unkel besuchten sie das Grab von Karl und Adele Kaiser, dem Bruder und der Schwägerin von Friedrich Kaiser. In dem Buch „Sieben Blüten. Ein Baum.“ wird der jüngste Bruder Friedrich Kaisers auf den Seiten 93-101 > eingehend gewürdigt.
In einer Begegnung mit Synodalen Teams aus der ganzen Welt am 24. Oktober in der Audienzhalle im Vatikan hat Papst Leo XIV. auch über die Rolle der Frauen und kulturelle Barrieren in der Kirche gesprochen. „Es gibt so viele Gaben, die Frauen in das Leben der Familie und der Pfarrei einbringen“, betonte der Heilige Vater. In diesem Zusammenhang würdigte Leo das Wirken der „Misioneras de Jesus Verbo y Victima“ (ohne deren Namen zu nennen). „Ich möchte eine Erfahrung aus Peru nennen. Dort gibt es einen Frauenorden, dessen Berufung es ist, dort zu arbeiten, wo es keine Priester gibt.“ Diese Frauen „machen eine wunderbare pastorale Arbeit“. Es sei „ein großartiges Zeugnis“, dass sie mutig missionarische Aufgaben inklusive Taufen und Trauungen übernehmen. „Ich habe oft zu den Priestern gesagt: Das ist ein wahrer Motor, das Evangelium zu verkünden“, so der Papst.
In der Videoaufzeichnung von „Vatican News“ lässt sich diese Passage an der Stelle 1:20:00 finden.
Passend zum Erntedankfest haben Schwester Maura und Schwester Inmaculata aus Peru Kartoffeln nach Dülmen mitgebracht – die auf eigentümliche Weise haltbar gemacht wurden. „In den Höhenlagen der Anden gibt es keine Elektrizität, zugleich ist es so kalt, dass Kartoffeln sehr schnell in der Erde erfrieren“, erläutert Schwester Inmaculata. Daher werden die geernteten Kartoffeln in Textilsäcken tagelang in das kalte Wasser eines Gebirgsbaches getaucht, wodurch Gähr- und Säurestoffe ausgewaschen werden. Dann werden die so behandelten Kartoffeln getrocknet; sie sind schließlich leicht wie Kastanien. Zum Kochen werden sie dann ins heiße Wasser gegeben. „Leider verschwinden auf diese Weise auch die Vitamine“, so Schwester Maura, „aber die Kartoffeln können nicht verfaulen und lange Zeit gelagert werden.“
Im Erntedankgottesdienst am 5. Oktober in St. Viktor in Dülmen konnten große und kleine Gottesdienstbesucher (darunter der Kinderchor St. Viktor) die Kartoffeln in Augenschein nehmen. „Wenn wir uns bewusst machen, mit wieviel Aufwand in anderen Teilen der Welt Lebensmittel erzeugt und verarbeitet werden“, so Pfarrer Markus Trautmann in der Predigt, „dann dürfen wir umso dankbarer sein darüber, dass wir hier mit allem versorgt werden und unsere Kühlschränke meistens gut gefüllt sind.“
Auch in diesem Herbst weilten zwei Schwestern der peruanischen Gemeinschaft der „Misioneras de Jesus Verbo y Vicitma“ für einige Tage in Dülmen, um von hier aus verschiedene Besuche und Vorträge zu absolvieren und abschließend am jährlichen Dülmener „Bürgerfest“ (3. Oktober) teilzunehmen. In diesem Jahr stand eine besondere Begegnung auf dem Programm, nämlich mit dem berühmten „Apostel der Aussätzigen“, dem belgischen Missionar Damian de Veuster (1840-1889). „Unserem Gründer war es wichtig, dass wir Schwestern im Noviziat möglichst viele Missionsheilige kennenlernten, um unser eigenes Apostolat besser zu durchdringen“, erklärt Schwester Inmaculata. Daher wurden zahlreiche einschlägige Bücher angeschafft. „Die Lebensdarstellung ‚Priester der Verbannten‘ von Wilhelm Hünermann über Damian de Veuster haben wir alle gelesen“, ergänzt Schwester Maura.
Damian de Veuster verließ Europa 1863 über Bremerhaven, um sich nach Hawaii zu begeben; ab 1873 wirkte er in der Leprakolonie Molokai. Er wurde 1995 selig- und 2009 heiliggesprochen. Rund 75 Jahre später war auch für Friedrich Kaiser Bremerhaven der Ort seiner Ausschiffung nach Südamerika. – Schwester Maura und Schwester Inmaculata besuchten am 1. Oktober zunächst den flandrischen Wallfahrtsort Scherpenheuvel, dann das Geburtshaus de Veusters mit Gedenkstätte in Tremelo und abschließend sein Grab in Löwen. „Wir suchen noch Anregungen für eine geeignete Gestaltung einer Gedenkstätte auch für unseren Gründer“, erklärt Schwester Inmaculata. „Im Augenblick planen wir in Caraveli ein kleines Museum für Bischof Kaiser“, sagt Schwester Maura.
Eine ganz besondere Einladung durften Schwester Inmaculata und Schwester Maura am Donnerstag, dem 2. Oktober annehmen: ein Besuch im Kardinal-von-Galen-Gymnasium Hiltrup. Hier berichteten sie vor Oberstufenschülern über das Wirken der „Missionarinnen vom lehrenden und sühnenden Heiland“ und deren Gründer Friedrich Kaiser. Das Besondere: das heutige Gymnasium in bischöflicher Trägerschaft ist jenes Gymnasium der „Hiltruper Missionare“, das Friedrich Kaiser ab 1919 besuchte; 1924 machte er hier sein Abitur. Michael Hakenes, der Oberstufenkoordinator, würdigte in einer eigenen Präsentation (Auszüge aus der Präsentation >), dass in der Gestalt Friedrich Kaisers quasi auch ein Mitschüler der heutigen Jugendlichen gewürdigt werde. „Wir wollen uns auch in Zukunft weiter mit ihm befassen“, stellte er in Aussicht. Aufmerksam verfolgten die Jugendlichen den Vortrag der Schwestern und stellten anschließend Fragen. „Der Filmbeitrag in der Aula mit den Erklärungen der Schwester hat die Schüler sehr beeindruckt, was man nicht zuletzt an ihrer hohen Aufmerksamkeit ablesen konnte“, resümiert Hakenes. Zuvor hatte er den Schwestern die heutige Schule sowie das historische Missionshaus gezeigt.
Einen besonderen „Hingucker“ erwartete die Besucher des diesjährigen Dülmener Bürgerfestes am 3. Oktober: Am Verkaufs- und Informationsstand der „Missionarinnen vom lehrenden und sühnenden Heiland“ erinnerten die Veranstalter daran, dass es seit 50 Jahren eine „Bischof-Kaiser-Straße“ in Dülmen gibt. Im Herbst 1975 wurden im Zuge der kommunalen Neuordnung etliche Straßen in Dülmen und den Ortschaften umbenannt, um künftig in der erweiterten Kommune Doppelungen zu vermeiden. So gab es bis dahin sowohl in Buldern als auch in Dülmen eine „Friedensstraße“. Nachdem die Stadtverwaltung die Bürgerschaft um Namensvorschläge gebeten hatte, erfolgte nach Beratungen im Hauptausschuss am 27. November > dann mit Ratsbeschluss vom 4. Dezember 1975 > die Umbenennung der Dülmener „Friedensstraße“ in „Bischof-Kaiser-Straße“.
Vor 100 Jahren feierte ein Hiltruper Missionar in Dülmen seine Primiz
Man kann sich die Feierlichkeit und die Festtagsfreude anlässlich einer Primiz in früheren Zeiten gar nicht groß genug vorstellen: Um an einer „prima missa“, also der ersten Messe eines Neupriesters mitsamt Primizsegenteilnehmen zu können, so meinte damals der Volksmund, lohne es sich, ein Paar Schuhsohlen durchzulaufen. In dieser Stimmung dürften sich auch die Dülmener Katholiken befunden haben, als die Priesterweihe und Heimatprimiz von Alois Baumeister aus dem Dernekampanstanden – vor 100 Jahren.
Alois Baumeister wurde am 21. Juni 1894 geboren und fand nach Schule und Kriegsdienst zu den „Herz-Jesu-Missionaren“ in Hiltrup bei Münster. Hier war bereits der ältere Bruder August (1890-1945) eingetreten, der ebenfalls Priester wurde, allerdings nicht „in die Mission“ ging, sondern in Deutschland bleiben sollte. Alois Baumeister legte am 20. Februar 1921 die zeitlichen Gelübde, am 20. Februar 1924 die ewigen Gelübde ab. Am 9. August 1925 empfing er in Paderborn die Priesterweihe, am 16. August folgte die Primizfeier in der Dülmener Viktorkirche.
In einer Mischung aus tiefer Anteilnahme und schmerzlicher Wehmut wird an diesem Tag auch Friedrich Kaiser das Geschehen verfolgt haben. Denn erst wenige Wochen zuvor, im Juni 1925, war Kaiser als Novize der Hiltruper Missionare krankheitsbedingt beurlaubt und mit starken Erschöpfungssymptomen nach Hause geschickt worden. „Die Zukunft war finster“, so erinnerte sich Friedrich Kaiser Jahrzehnte später. „Die Hoffnung auf dem Gefrierpunkt. Und dennoch wollte ich Priester werden. Um jeden Preis.“ Im Laufe des Sommers begab sich Friedrich Kaiser zur Behandlung ins Sanatorium des Neurologen Dr. Wilhelm Bergmann (1862-1941) in Kleve. Dieser hatte in jungen Jahren mit dem berühmten PfarrerSebastian Kneipp (1821-1897) in Wörrishofen zusammengearbeitet und die „Hydrotherapie“ erlernt. Als vom Orden Beurlaubter wird Friedrich Kaiser wohl kaum an der Priesterweihe seines Mitbruders Alois Baumeister in Dülmen teilgenommen haben, vermutlich aber an dessen Primiz in der heimatlichen Viktorkirche. Welche bangen Gedanken mögen ihm durch Kopf und Herz gegangen sein? Wie mögen seine Eltern und Geschwister, die Nachbarnoder früheren Mitschüler ihn wahrgenommen und ihm begegnet sein? Wurde er allgemein bedauert?
Genau einen Monat nach der Primiz von Alois Baumeister ergab sich für den niedergeschlagenen Friedrich Kaiser insofern eine Entspannung, als der schon erwähnte Dr. Bergmann in einer originellen Stellungnahme am 17. September 1925 formulierte, Kaisers Beschwerden seien „nicht alle fort, aber doch ganz erheblich gebessert. Seine Dickköpfigkeit hat wohl sicher eine nervöse Unterlage. ... Solche Naturen muss man zu biegen, aber nicht zu brechen suchen. Versteht man das, dann sind es später oft die brauchbarsten Menschen, da ihr starker geübter Wille Außerordentliches leistet.“ Diese Aussage sollte sich als prophetisch erweisen. Dass Friedrich Kaiser trotz bleibender schwacher Konstitution sein späteres Wirken in Peru derart leidenschaftlich und unter großen Entbehrungen entfalten konnte, ist wohl auch dem Umstand zu verdanken, dass seine Ordensgemeinschaft ihm einerseits Erholung ermöglichte, ihn zugleich aber auch forderte und so die weitere Formung seiner Persönlichkeit und Disziplin förderte. Hatte doch der besagte Neurologe den Oberen geraten, „bei aller körperlichen und seelischen Plage ... ihm das ‚Gehorchenlassen’ gründlich beizubringen. Fortiter in re, suaviter in modo“, also fest in der Sache, aber nachsichtig in der Form.
Friedrich Kaiser würde schon bald seinen Weg weitergehen und irgendwann auch Missionar werden, wenngleich es bis dahin noch etliche Jahre dauern sollte. Viel zügiger verlief dagegen die „Karriere“ als Missionar bei Alois Baumeister. Etliche Fotos aus dem Leben und Wirken von Alois Baumeister lassen seine überaus kräftige Konstitution erkennen.Bereits im Herbst 1926 verließ er mit anderen Hiltruper Missionaren Europa und begab sich ins ferne China. Schon bald zeigt er sich in chinesischer Kleidung und Haartracht – und doch sollten sich die pastoralen Möglichkeiten im „Reich der Mitte“ als überaus schwierig erweisen. Die erhalten gebliebenen Erlebnis- und Tätigkeitsberichte von Pater Baumeister sind es wert, einmal eingehen untersucht zu werden.
So berichtet die „Dülmener Zeitung“ (DZ) am 18. Dezember 1929, dass Pater Baumeister, als Missionssuperior „augenblicklich in China weilend“, in Kweichow(heute Guizhou)von „roten Räubern“ entführt worden sei. Vom 12. – 20. September 1929 seien Baumeister und weitere Christen gefangen gehalten worden, bis Regierungstruppen sie befreiten. Doch die neue Missionsstation der Herz-Jesu-Missionare habe schweren Schaden genommen. Die Dülmener Tageszeitung zitierte aus einem Brief Baumeisters an seine Familie: „Das Maß unserer Leiden und Prüfungen wird doch wohl bald voll sein. Alle vier sind wir jetzt gewürdigt worden, um des Evangeliums willen Banden und Fesseln zu tragen.“
Im Frühjahr 1932 kam Alois Baumeister zu einem mehrwöchigen Erholungsurlaub zurück nach Europa und damit auch nach Dülmen –„nach mehrjähriger entbehrungsreicher Missionstätigkeit“, wie die Tageszeitung am 23. Juli 1932 betonte. In seiner Heimatstadt wurde der Missionar Ende Juli bzw. Anfang August zu verschiedenen Vorträgen eingeladen, bei denen er Bilder aus China zeigte und auch in der chinesischen Landeskleidung auftrat, etwa vor den Kolpinggesellen oder dem Kaufleuteverband. Als dann Friedrich Kaiser, endlich zum Priester geweiht, am 20. August 1932 in Dülmen seine Primiz feiern konnte, war natürlich Alois Baumeister auch unter den anwesenden Gästen bzw. am Gottesdienst teilnehmenden Priestern. „Der Weg des Neupriesters sei nicht immer ein gerader, sondern ein beschwerlicher und mit Dornen besäter gewesen“, so erinnerte laut einem Bericht der DZ vom 22. August 1932 Pfarrdechant Knepper. „Körperliche Beschwerden hätten ihn öfters gezwungen, auszusetzen und Erholung zu suchen.“ Nun sei Kaiser aber erstmal am Ziel seiner Wünsche, „doch nicht ganz. Er wisse noch nicht, wo sein Arbeitsfeld sei. Wenn über einige Zeit der Ruf an ihn erginge, ins Heidenland zu ziehen, um dort zu arbeiten und zu wirken, werde er gern die Opfer und Mühen auf sich nehmen, folgend dem Befehl Christi: Gehet hin in alle Welt und lehret alle Völker.“ Aber das ist eine andere Geschichte …
Und was wurde aus Alois Baumeister? Dieser trat nach seiner Rückkehr nach China den Posten eines Superiors am vom Vatikan neu neuerrichten MissionsstützpunktShiquianan, wo er am 4. August 1946, erst 52 Jahre alt, verstarb.Am 30. Oktober 1946 meldete die DZ in knappen Worten seinen Tod. Was Pater Baumeister und seine Mitbrüder im Schatten des Chinesischen Bürgerkriegs, der japanischen Invasion Chinas im Zweiten Weltkrieg und in den Wirren der Nachkriegszeit erlebten und überlebten, darüber lässt sich nur mutmaßen.
Für die Überlassung der nachstehenden Bilder danken wir Herrn Franz-Josef Baumeister aus Recklinghausen!
Als Friedrich Kaiser 1963 in Dülmen die Bischofsweihe empfing, wurde ihm zugleich ein „Titularbistum“ mit dem Namen Berrhoea verliehen. Was ist ein Titularbistum bzw. ein Titularbischof? Ein Titularbischof ist ein geweihter Bischof, der im Unterschied zu einem Diözesanbischof kein eigenes Bistum leitet, sondern eine andere Funktion ausübt – etwa eine „Prälatur“ wie die von Caravelí zu leiten. (Die 1957 ins Leben gerufene „Prälatur“ von Caravelí ist im kirchenrechtlichen Sinne kein vollumfänglich ausgestattetes Bistum.) Prinzipiell aber soll ein Bischof, auch in einer Prälatur, einem Bistum zugehörig sein. In einem solchen Fall (wie dem von Bischof Kaiser) wird dem ernannten Bischof ein historisches, aber untergegangenes Bistum zugewiesen – sozusagen nur „dem Titel nach“.
Das Titularbistum von Berrhoea (lateinisch Berrea) war benannt nach der antiken Stadt Beroia (heute Veria) in der römischen Provinz Mazedonien im heutigen nördlichen Griechenland. Die Wurzeln des Bistums Berrhoea gehen in neutestamentliche Zeit zurück; in unserer deutschen Einheitsübersetzung lautet die biblische Schreibweise „Beröa“. So weiß die Apostelgeschichte zu berichten, dass Paulus, Silas und Timotheus nach Beröa gelangten, nachdem sie aus Thessalonich fliehen mussten. Die Apostelgeschichte lobt die Aufgeschlossenheit der Beröer bzw. der dortigen Synagogengemeinde gegenüber der Verkündigung des Paulus – erwähnt aber auch einen Tumult, der von angereisten Thesslonichern in Beröa ausgelöst wurde (vgl. Apg 17,10-15). In der heutigen Stadt Veria wird durch ein aufwändiges Denkmal an die „Kanzel des Apostels Paulus“ erinnert.
Mitte Mai veröffentlichte die "Katholische Sonntagszeitung für Deutschland" ein Interview > mit dem Dülmener Pfarrer Markus Trautmann, in dem es um die Verehrung bayerischer und westfälischer Glaubenszeugen ging - darunter den Dülmener Friedrich Kaiser. "Die Katholische Sonntagszeitung für Deutschland" ist eine katholische Wochenzeitung. Herausgeber ist die Augsburger Mediengruppe Sankt Ulrich Verlag. Sie erscheint bundesweit; zwei Regionalausgaben erscheinen für das Bistum Augsburg und das Bistum Regensburg.
Für einen elektronischen Personalausweis für Peru hat sich jetzt auch Papst Leo XIV. registrieren lassen. Dazu reisten Mitarbeiter des „Nationalen Registers für Identifikation und Personenstand“ des südamerikanischen Landes Ende Mai in den Vatikan, um die dafür notwendigen Daten wie Fingerabdrücke und Unterschrift des Papstes einzuholen, wie peruanische Medien berichteten. In einem für Peru historischen Ereignis habe Leo XIV. seine Privatadresse und das Foto für seinen neuen Personalausweis aktualisiert. Nun werde er den neuen elektronischen Ausweis „DNI 3.0“ erhalten, der nicht abläuft.
Der in Chicago geborene Robert Francis Prevost (69), seit dem 8. Mai das Oberhaupt der 1,4 Milliarden Katholiken weltweit, hat seit 2015 einen peruanischen Pass. Da er jahrzehntelang als Missionar und Bischof in dem südamerikanischen Land war, hat er eine enge Bindung insbesondere zur Diözese Chiclayo, die er rund acht Jahre lang leitete. Schon bei seiner ersten Ansprache nach seiner Wahl auf dem Mittelbalkon des Petersdoms erwähnte Leo die Menschen in Peru.
Seine Registrierung fand im Zuge der Kampagne “Identifikation ohne Grenzen” statt, in deren Rahmen mehr als 500 Verfahren für in Italien lebende Menschen mit peruanischer Staatsbürgerschaft durchgeführt wurden. “Was Papst Leo XIV. getan hat, bekräftigt seine Zuneigung zu dem Land und ist auch ein Akt der Verantwortung. Es ist eine Botschaft an alle Peruaner, unsere Personalausweise auf dem neuesten Stand zu halten”, erklärte die Leiterin der verantwortlichen Behörde. “Ich danke dem Heiligen Vater, dass er sich die Zeit genommen hat, sein Dokument zu aktualisieren.” Die Kampagne “Identifizierung ohne Grenzen” wird zusammen mit dem peruanischen Außenministerium durchführt, um die Identifizierungsdienste für Peruaner im Ausland – unabhängig von ihrem Einwanderungsstatus – zu verbessern. Bisher sind peruanische Kampagnen-Mitarbeiter nach Chile, Argentinien, in die Vereinigten Staaten, nach Spanien und Italien sowie in den Vatikan gereist.
Ein schönes Zeichen der Verbundenheit mit den „Misioneras de Jesus Verbo y Victima“ setzten die Dülmener Eheleute Thomas und Andrea Brambrink anlässlich ihrer Silbernen Hochzeit. Am Ende des Dankgottesdienstes am 17. Mai 2025 in der Dülmener Viktorkirche erhielten alle Anwesenden besondere Armbänder überreicht. Dadurch wolle man „auch an diejenigen denken, denen es nicht so gut geht“, erläuterte Tochter Mirja. „Aus diesem Anlass haben Mama und Papa bei den Seelsorgeschwestern aus Caraveli in Peru, der Ordensgründung von Bischof Kaiser, für jeden Gast ein Armband anfertigen lassen.“ Das Besondere: „In die Bänder haben die Schwestern Silberfäden eingewebt – als kleine Erinnerung an die Silberhochzeit sowie als Zeichen der Verbundenheit, die uns an diesem besonderen Tag miteinander verbindet.“ In seiner Ansprache zur Silberhochzeit > der Eheleute Brambrink ging Pfarrer Markus Trautmann auf den geistlichen „Leitfaden“ im Leben der Getauften ein. Die Kollekte im Dankgottesdienst kommt der Arbeit der „Misioneras“ zugute. „Es ist schön, wenn Menschen so einen besonderen Tag nicht nur als Privatveranstaltung sehen“, findet Trautmann, „sondern ihre Freude teilen – bis nach Peru“.
Rechtzeitig zur Amtseinführung von Papst Leo XIV. hat das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) unter dem Titel „Leo XIV.: Missionar, Bischof, Papst“ ein Porträt des neuen Pontifex Maximus erstellt. Diese Reportage > im Umfang von 26 Minuten wird für einige Monate in der ZDF-Mediathek stehen. Besonders erfreulich: Zwischen den Sendeminuten 10:50 und 11:15 werden explizit die „Schwestern vom lehrenden und sühnenden Heiland“ gewürdigt. Weitere Fotos der peruanischen „Misioneras“ sind bereits zwischen den Sendeminuten 7:55 bis 8:03 zu sehen. Der „Förderverein Caraveli e.V.“ freut sich, Informationen und Bildmaterial zur Verfügung stellen zu können.
Mit originellen Worten titelte die Website der „Tagesschau“ den ersten Bericht über die Wahl von Kardinal Robert Prevost zum Papst. Es handelt sich um einen Auszug aus der begeisterten ersten Stellungnahme von Perus Staatschefin Dina Boluarte, die am Abend des 8. Mai von einem historischen Moment für Peru und die Welt sprach: „Der Papst ist Peruaner. Gott liebt Peru. Lang lebe Papst Leo XIV. Lang lebe Peru!“
Der neue Papst Leo XIV., gebürtiger US-Amerikaner, hat viele Jahre in Peru gearbeitet und besitzt auch die Staatsbürgerschaft des Landes. Seine Wahlheimat trägt er im Herzen – und einen Gruß dorthin ließ sich der neue Papst bei der ersten Rede vom Balkon des Petersdoms nicht nehmen – natürlich auf Spanisch: „Alles Gute an Sie alle und insbesondere an meine geliebte Diözese Chiclayo in Peru! Wo gläubige Menschen ihren Bischof begleitet, ihren Glauben geteilt und so viel, so viel gegeben haben, um weiterhin der Kirche Jesu Christi treu zu sein.“ Auch die von Bischof Kaiser gegründeten „Misioneras de Jesus Verbo y Victima“ arbeiten in der Diözese Chiclayo im Norden von Peru und kennen den neuen Papst. Umgehend haben sie dem „Förderverein Caraveli“ etliche Fotos zukommen lassen.
Schwester Inmaculata berichtet 24 Stunden nach dem „Habemus Papam“ aus Rom: „Wir haben das Konklave aufmerksam verfolgt. Gestern, am 8. Mai, waren wir schon vor 10.00 Uhr auf dem Petersplatz und haben fast bis Mittag gewartet, bis der schwarze Rauch aufstieg. Hoffnungsvoll warteten wir bis 17.30 Uhr und nichts – kurz nach 18.00 Uhr begann der weiße Rauch aufzusteigen. Was für eine Aufregung! Wir mussten mehr als eine Stunde warten, bis der Proto-Diakon herauskam, um seinen Namen zu verkünden. Die Menge rief Viva il Papa! Als der Name verkündet wurde, waren wir nicht sicher, ob wir richtig gehört hatten, aber als wir sicher waren, dass es Kardinal Robert Prevost aus Chicago in den USA war, waren wir überglücklich, denn unsere Schwester hatten mit ihm in Kañaris-Chiclayo Peru gearbeitet. Er besuchte die Dörfer zur Firmung. Er betete mit ihnen in der Kapelle, kümmerte sich um ihre Seelsorge und um ihre Gesundheit. Ich füge einige Fotos von den Missionen in Kañaris bei.“
Was für ein Mensch ist Papst Leo? „Er ist ein einfacher Mensch, zentriert, friedlich, besonnen, gemäßigt, mutig gegenüber der Wahrheit und bescheiden. Wahrlich, der Heilige Geist hat die Kardinälen gut geführt. Er wird viele unserer Gebete brauchen, um der Welt FRIEDEN zu bringen. Er ist gebürtiger Amerikaner und auf Wunsch Peruaner. Im Jahr 2015 erhielt er die peruanische Staatsbürgerschaft. Wir freuen uns sehr und werden für ihn viel beten. Er half uns auch im Prozess der Heiligsprechung unseres Gründers, indem er einen Brief an das Dikasterium für die Heiligsprechungen schickte, damit die Theologen sein Leben, seine Werke und seinen Ruf der Heiligkeit lesen konnten. Nun bleiben wir in Einheit in der katholischen Kirche und im Gebet verbunden, mit vielen Grüßen!“
Ein froher Gruß der „Missionarinnen vom lehrenden und sühnenden Heiland“ erreicht uns zu Beginn der Karwoche, zur Einstimmung auf die diesjährigen österlichen Tage:



















