Gedenktafeln in Dülmen
Erinnerung an ein besonderes Ereignis in St. Viktor
Vor 60 Jahren empfing der aus Dülmen stammende Peru-Missionar Friedrich Kaiser während eines Heimaturlaubs in der St.-Viktor-Kirche die Bischofsweihe. An dieses besondere Ereignis erinnerte der Förderverein Caravelì e. V. mit einem Gedenkgottesdienst und der Enthüllung einer Gedenktafel.
Am Sonntag, 1. Oktober, stand der Abendgottesdienst in St. Viktor ganz im Zeichen des Rückblicks auf das Leben und Wirken des 1984 verstorbenen Bischofs. Pfarrer Franz Anstett aus Nottuln berichtete von seinen persönlichen Erinnerungen an den historischen Tag. Als Jugendlicher hatte er die Bischofsweihe 1963 in Dülmen miterlebt. Später führte ihn sein eigener Weg ebenfalls in die Seelsorge nach Südamerika.
Auch zwei peruanische Ordensfrauen aus der von Friedrich Kaiser gegründeten Schwesterngemeinschaft waren zu Gast. Sie gaben Einblicke in das bischöfliche Wirken Kaisers in den Hochanden und verdeutlichten damit die bleibende Bedeutung seines missionarischen Engagements.
Im Anschluss an den Gottesdienst wurde in unmittelbarer Nähe der Viktorkirche eine Gedenktafel enthüllt. Eine Fotomontage stellt eine Aufnahme vom 7. Dezember 1963 einer aktuellen Ansicht des neugestalteten Dülmener Kirchplatzes gegenüber. Ein QR-Code ermöglicht es Interessierten, weitere Informationen über Friedrich Kaiser und seine Bischofsweihe abzurufen.
Mit der Veranstaltung schlug der Förderverein Caravelì e. V. eine Brücke zwischen der Dülmener Stadtgeschichte und dem Wirken eines Mannes, dessen Lebensweg ihn von seiner Heimatstadt bis in die peruanischen Anden führte.
Gedanken und Gebet anlässlich der Einweihung einer Gedenktafel durch Pfr. Franz Anstett >
In diesem Herbst ist 60 Jahre her, dass der Dülmener Peru-Missionar Friedrich Kaiser im Rahmen eines Heimaturlaubs in St. Viktor die Bischofsweihe empfing. Der Förderverein Caravelì e.V. nutzt die Anwesenheit zweier südamerikanischer Ordensfrauen aus der von Kaiser gegründeten Schwesterngemeinschaft, um an diesen denkwürdigen Tag zu erinnern. Am Sonntag, 1. Oktober, wird der Abendgottesdienst um 19.00 Uhr in St. Viktor im Zeichen des Rückblicks stehen. Dazu wird Pfarrer Franz Anstett aus Nottuln, der als Heranwachsender damals in Dülmen zugegen und später ebenfalls Seelsorger in Südamerika war, aus seinen Erinnerungen berichten. Auch die peruanischen Gästen beleuchten das bischöfliche Wirken Friedrich Kaisers in den Hochanden. Im Anschluss an den Gottesdienst wird unweit der Viktorkirche eine kleine Gedenktafel enthüllt: Eine Fotomontage verbindet ein Foto vom 7. Dezember 1963 mit einer heutigen Ansicht vom neugestalteten Dülmener Kirchplatz; ein QR-Code führt zu weiteren Infos.
Gleich zweimal zählten Pfarrer Markus Trautmann und seine 60 Gäste beim spirituellen Stadtgang einen Countdown herunter. Einmal zur Enthüllung einer Friedrich-Kaiser-Gedenktafel vor dem Waldfriedhof, einmal zur Freischaltung der Website www.bischof-friedrich-kaiser.de. Auch Verwandte des Bischofs und zwei Schwestern aus Peru waren angereist, die zur Gemeinschaft vom lehrenden und sühnenden Jesus gehören, dem Orden, den Kaiser einst gründete.
„Er zeigt uns, wie Kirche unter einfachsten Umständen funktioniert, und hilft unser falsches Anspruchsdenken zu überwinden“, erläuterte Trautmann die heutige Bedeutung des Wirkens von Friedrich Kaiser. Schwester Inmaculata berichtete, wie der Bischof für die Missionsschwestern Professor, Priester und Vater zugleich gewesen sei und mit seinem großen Herzen Aufmerksamkeit und Mut geschenkt habe. Und für Elma Freese, Nichte des Bischofs, die vor zehn Jahren selbst in Peru gewesen war, ist Kaiser vor allem Sinnbild für tätige Nächstenliebe.
Nachdem die Schwestern ein Lied über die Schönheit Perus angestimmt hatten, segnete Trautmann die neue Gedenktafel. Auf dem Friedhof selbst besuchten die Teilnehmer des Rundgangs dann einige Gräber von Geistlichen, die mit Friedrich Kaiser in Kontakt standen, um sich dann zur Freischaltung der Internet-Plattform zu treffen, die zukünftig über das Leben des Bischofs und sein Wirken in den Anden informieren soll. Über ein Video auf der Homepage kam, wenn auch auf Spanisch, dann auch der Bischof zu Wort. Abschließend saßen die Gäste noch bei einem kleinen Imbiss und Gesprächen über die fernen Anden zusammen.
Segensgebet
anlässlich der Übergabe einer Info-Tafel über Friedrich Kaiser (an der Bischof-Kaiser-Straße in Dülmen)
am 26. August 2016 an die Öffentlichkeit
Herr Jesus Christus!
Wir alle sind zum Zeugnis für dein Evangelium berufen. Wir alle dürfen etwas von der Schönheit und Wahrheit deiner Botschaft aufstrahlen lassen.
Hilf uns, dass wir als Getaufte in diesem Sinne einander wahrnehmen und aufeinander zugehen. Hilf uns, die Erinnerung an jene wachzuhalten, die uns als glaubwürdige Christen ein Beispiel gegeben haben, deinem Ruf zu folgen.
Lass uns insbesondere im Lebens- und Glaubenszeugnis deines Dieners Friedrich Kaiser Anregungen für unser persönliches Christsein und für unser Leben als Gemeinde vor Ort entdecken.
Schenke uns und allen, die an diesem Bild und vor dieser Tafel verweilen, Orientierung im Glauben sowie die Kraft und den Mut, selbst aufzubrechen und uns von dir in den Dienst nehmen zu lassen – heute und an allen Tagen unseres Lebens bis in Ewigkeit. Amen.
Über 60 Interessierte hatten sich am Abend des 26. August zum 5. Spirituellen Dülmener Stadtgang eingefunden, den die FBS Dülmen in der warmen Jahreszeit einmal im Monat anbietet. Diesmal ging es am Waldfriedhof, wo neuerdings eine Info-Tafel über den Namensgeber der „Bischof-Kaiser-Straße“ Auskunft gibt. Nach einem Gang zu den Priestergräbern des Friedhofs fand in den Räumlichkeiten der Friedhofshalle die Vorstellung einer neuer Internet-Plattform statt. Diese informiert künftig über das Leben von Bischof Friedrich Kaiser (1903-1993) sowie über das Wirken der von Bischof Kaiser 1961 ins Leben gerufenen „Missionarinnen vom lehrenden und sühnenden Heiland“. Aus ihren Reihen konnten im Rahmen des Spirituellen Stadtgangs zwei Gäste aus dem fernen Peru begrüßt werden: Während Schwester Flavia die Enthüllung der Info-Tafel vornahm, setzte Schwester Inmaculata den nötigen Mausklick, damit die neue Website online gehen konnte.
Wieder einmal wurde in Dülmen eine kleine Gedenktafel der Öffentlichkeit übergeben: Am Pfarrhaus von St. Joseph erinnert seit dem 3. Oktober ein Schild mit historischem Foto an einen Besuch Bischof Friedrich Kaisers in St. Joseph im Jahre 1967 bzw. an die damalige Begegnung mit Pfarrer Thewes. Damals war der aus Dülmen stammende Missionsbischof zum letzten Mal in Europa. Der damalige „Gründungspastor“ Peter Thewes, der in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden wäre, ist noch vielen Dülmenern in lebhafter Erinnerung. Bei der Enthüllung der Gedenktafel am Abend des 3. Oktober äußerten Werner Jostmeier und Josef Wichmann als Zeitzeugen ganz persönliche Erlebnisse mit Peter Thewes, der eine als damaliger Jugendlicher, der andere als damaliger Kaplan. „Es war die Zeit der großen Jugendliturgien in St. Joseph“, erinnert sich Werner Jostmeier rückblickend. Aber auch durch die Zeltlager und andere innovative Maßnahmen habe Pfarrer Thewes die jungen Leute in den Aufbau des Gemeindelebens eingebunden. Dies kann Josef Wichmann bestätigen: „Peter Thewes war zeitgemäß. Er wusste, man kann Probleme von heute nicht mit Methoden von gestern lösen.“ – Auch zwei peruanische Ordensfrauen aus der von Bischof Kaiser gegründeten Schwesterngemeinschaft nahmen an dem kleinen Festakt teil; zuvor waren sie den ganzen Tag mit dem Peru-Kreis auf dem Bürgerfest vor dem Rathaus.
Im Zuge der Kommunalreform der 1970er Jahre stellte sich heraus, dass es im künftigen (vergrößerten) Dülmener Kommunalgebiet plötzlich zwei „Friedensstraßen“ gegeben hätte – nämlich die eine in Buldern und die andere als Zufahrt zum Dülmener Waldfriedhof. Im Jahre 1975 entschied daher der Rat der Stadt Dülmen, diese Verbindung zwischen dem (damaligen) Verlauf der Lüdinghauser Straße und dem Waldfriedhofumzubenennen und ihr künftig den Namen des aus Dülmen stammenden Missionsbischofs Friedrich Kaiserzu geben. Dass dies bereits zu Lebzeiten des Geehrten geschah, unterstreicht die besondere Wertschätzung und Bedeutung Kaisers.
Eine später (nach Kaisers Tod) hinzugefügte Erläuterungstafel fasst in Kürze die wichtigsten LebensstationenFriedrich Kaisers zusammen: Friedrich Kaiser, geb. 1903 in Dülmen; ab 1919 Ausbildung bei den Hiltruper „Herz-Jesu-Missionaren“, 1932 Priesterweihe; 1939 Ausreise nach Peru; 1957-71 Leiter der Prälatur von Caraveli in den Anden; 1961 Gründung einer Schwesterngemeinschaft; 1963 Bischofsweihe in Dülmen; gest. 1993 in Lima.
Im Altarraum der Dülmener Viktorkirche befindet sich seit dem Herbst 2024 an einem der vier Messdiener-Hocker eine kleine Gedenktafel.
Eine Predigt vom 3. Sonntag im Jahreskreis (25./26.1.2025) >>> erläutert die Hintergründe.




