„An das pilgernde Gottesvolk“

Gedanken zum Papst-Brief

PapstPapst Franziskus hat am 29. Juni 2019 einen Brief „an das pilgernde Volk Gottes in Deutschland“ geschrieben, in dem er die deutschen Katholiken darin bestärkt, Glaube und Kirche zu erneuern – und sich zugleich in Gelassenheit und Geduld zu üben. „Die derzeitige Situation anzunehmen und sie zu ertragen, impliziert nicht Passivität oder Resignation und noch weniger Fahrlässigkeit; sie ist im Gegenteil eine Einladung, sich dem zu stellen, was in uns und in unseren Gemeinden abgestorben ist, was der Evangelisierungund der Heimsuchung durch den Herrn bedarf. Das aber verlangtMut.“ (Kp. 5) 

Papst Franziskus ermuntert ausdrücklich , dass „die anstehenden Herausforderungen, die verschiedenenThemen und Fragestellungen“ nicht „verschleiert“ werden – „wobeidarauf zu achten ist, dass wir uns nicht in ihnen verstricken und denWeitblick verlieren, der Horizont sich dabei begrenzt und dieWirklichkeit zerbröckelt.“ (Kp. 9)Bei dieser Gelegenheit ermahnt der Papst, den „Sensus Ecclesiae“, also den „Glaubenssinn der Gesamtkirche“ nicht aus dem Blick zu verlieren: Er „befreit uns von Eigenbrötelei und ideologischen Tendenzen“ und erinnert daran, dass jeder Gläubige immer „auch zur Gesamtheit der Gläubigen gehört.“ (Kp. 9)

Daher lohnt sich der Blick über den Tellerrand der eigenen Befindlichkeiten, auch als Kirche. Denn „die Weltkirche lebt in uns aus den Teilkirchen, so wie die Teilkirchen in und aus der Weltkirche leben und erblühen; falls sie von der Weltkirche getrennt wären, würden sie sich schwächen, verderben und sterben. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, die Gemeinschaft mit dem ganzen Leib der Kirche immer lebendig und wirksam zu erhalten. Das hilft uns, die Angst zu überwinden, die uns in uns selbst und in unseren Besonderheiten isoliert, damit wir demjenigen in die Augen schauen und zuhören oder damit wir auf Bedürfnisse verzichten können und so denjenigen zu begleiten vermögen, der am Straßenrand liegen geblieben ist.“ (Kp. 9)


Blick in die Weltkirche 

Diese wichtige Schärfung des Blicks leisten in vielen Pfarreien etliche Initiativen, die sich um Kontakt zu Gemeinden und Gemeinschaften in anderen Erdteilen bemühen. nicht anders geht es den Akteuren im Peru-Kreis: Wenn man sich für Südamerika interessiert und sich für das Wirken der Missionsschwestern von Caraveli engagiert – dann kann dies helfen, dass man sich nicht restlos in die Probleme hierzulande verliert und pessimistisch wird.„Es gibt Zeiten, in denen die Traurigkeit und Kritiksucht mitunter mit Undankbarkeit zu tun hat: Man ist so in sich selbst verschlossen, dass man unfähig wird, die Geschenke Gottes anzuerkennen“, schreibt uns der Papst. (Kp. 7) Zu diesen „Geschenken Gottes“ gehört zweifellos der Glaubensmut und die Hingabe, mit der sich die von Friedrich Kaiser gegründete Schwesterngemeinschaft in den Dienst der Seelsorge stellt und auch unter widrigsten Umständen nach Wegen der Evangelisierung sucht. 

Genau diese Haltung sollten wir auch in Europa einüben. „Die Evangelisierung bringt innere Sicherheit hervor, eine hoffnungsfrohe Gelassenheit, die eine geistliche Zufriedenheit schenkt, die für weltliche Maßstäbe unverständlich ist“, sagt Papst Franziskus. Damit die „weltlichen Maßstäbe“ in Kirche und Gesellschaft und im Alltag nicht alles dominieren, dürfen wir uns in den Dienst des Reiches Gottes stellen!

Ruf aus den Anden

Ich bin zwar der Abstammung nach Deutscher, dem Herzen nach aber Peruaner. Mit ihnen möchte ich nicht nur leben, sondern auch bei ihnen sterben.

Informationen zu den Gedenktafeln