Aktuelles

Im Jahre 1961 rief der aus Dülmen stammende Missionar Friedrich Kaiser (1903-1993) im fernen Peru die Gemeinschaft der »Missionsschwestern vom lehrenden und sühnenden Heiland« ins Leben. Aus ihren Reihen wurde seit längerem der Wunsch geäußert, das Wirken dieses Glaubenszeugen in besonderer Weise zu würdigen und das Seligsprechungsverfahren für Friedrich Kaiser in die Wege zu leiten. 

Missionar? Glaubenszeuge? Seligsprechung? 

Wir werden vielleicht irritiert durch derartige Begriffe. Zu sehr haben wir uns als Kirche eingerichtet in den Rückzug, in das ängstliche oder missmutige Verharren. 

Die Auseinandersetzung mit Friedrich Kaiser kann uns zu einer neuen Begeisterung verhelfen – also zu einer Offenheit für jenen Geist, der am Pfingsttag verrammelte Türen sprengt und die kleine verängstigte Jüngergemeinde in die Vielfalt und Weite der Sprachen und Nationen hineinführt.

 

     Markus Trautmann
     Pfarrdechant an St. Viktor in Dülmen

Von Zeichen und Symbolen

Artikel aus dem Rundbrief Nr. 240, Markus Trautmann

Brosche„Caridad docente y penitente“ – dieser Schriftzug ziert die silbernen Broschen, die von den Schwestern der Ordensgemeinschaft, die Bischof Kaiser 1961 gründete, auf ihrem blauen Habit getragen werden. (Wir finden dieses „Erkennungszeichen“ auch auf der Titelzeile unseres Rundbriefes.) „Lehrende und sühnende Liebe“ – so lautet die deutsche Übersetzung der spanischen Worte. Sie nehmen Bezug auf den Namen der Gemeinschaft „Misioneras de Jesus Verbo y Victima“ bzw. auf den Wahlspruch von Bischof Kaiser „Verbum et victima“ – also auf deutsch „Wort und Opfer“.

Noch bevor Friedrich Kaiser 1961 seinen Missionsorden gründete, hatte er diese Begriffe aufgegriffen, als er sich 1958 als Leiter der Prälatur von Caraveli ein Wappen zulegte (das auch sein späteres Bischofswappen wurde). Das Wappen von Friedrich Kaiser zeigt in der Mitte ein Kreuz mit einem Herzen – Sinnbild der Herz-Jesu-Missionare: Sie verkünden, dass Jesus ein Herz für uns Menschen hat und für uns gestorben ist. Jesus hat zu den Menschen gesprochen: Dafür steht die Bibel auf einem weiteren Wappenfeld. Und das dritte Feld zeigt einen Kelch: In Wein und Brot teilt sich Jesus an uns aus und schenkt uns Gemeinschaft. 

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"Heilige unserer Zeit"

Friedrich Kaiser und Bernhard Poether

Abschlussfeier in LimaEindrucksvoll die Fotos, die am 26. Juli im Priesterseminar St. Toribio in Lima entstanden: rd. 11.000 Dokumente über das Leben und Wirken von Bischof Friedrich Kaiser (1903-1993), die in rd. zehn Jahren zusammengetragen worden waren, waren jetzt in zahlreichen Dokumentenordnern bzw. Aktenbündeln versammelt, um endlich versiegelt und Abschlussfeier in Limaauf die Reise nach Rom geschickt zu werden. Es gehört zu den Aufgaben der diözesanen Phase eines Seligsprechungsverfahrens, möglichst alle relevanten Dokumente und Aufzeichnungen aus dem Leben eines für die Seligsprechung vorgeschlagenen Kandidaten zusammenzutragen, ebenso die dokumentierten Zeugenaussagen von befragten Menschen, die im persönlichen Kontakt zum künftigen Seligen standen. Ähnliche eindrucksvolle Bilder von gesammelten Unterlagen für eine Kanonisierung entstanden übrigens am 9. März im französischen Rouen zur Vorbereitung einer Seligsprechung des Märtyrers Jaques Hamel. 

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Abschluss der diözesanen Untersuchung

Info vom 28. Juli 2018

Abschluss der diözesanen UntersuchungNachdem seit 2010 vom Erzbistum Lima die notwendige „diözesane Untersuchung“ für eine mögliche Seligsprechung von Friedrich Kaiser eröffnet worden war, wurden seitdem zahlreiche Dokumente und Zeugenaussagen zu dessen Leben zusammengetragen, auch in Deutschland. Insgesamt 54 Personen wurden vernommen; das erstellte Dossier umfasst rd. 10.000 Seiten.

Nun konnte die „diözesane Phase“ abgeschlossen werden. Aus diesem Anlass fand in Gegenwart von Erzbischof Carlos Castillo Mattasoglio im Priesterseminar von Lima am Freitag, dem 26. Juli, eine Feierstunde statt. Zugleich wurde eine Ordensfrau der „Gemeinschaft vom lehrenden und sühnenden Heiland“, Schwester Trinidad, vereidigt, um zeitnah die zusammengestellten Dokumente nach Rom zu bringen. 

Die Abschlussfeier wurde auch in einem Video festgehalten >>>

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„An das pilgernde Gottesvolk“

Gedanken zum Papst-Brief

PapstPapst Franziskus hat am 29. Juni 2019 einen Brief „an das pilgernde Volk Gottes in Deutschland“ geschrieben, in dem er die deutschen Katholiken darin bestärkt, Glaube und Kirche zu erneuern – und sich zugleich in Gelassenheit und Geduld zu üben. „Die derzeitige Situation anzunehmen und sie zu ertragen, impliziert nicht Passivität oder Resignation und noch weniger Fahrlässigkeit; sie ist im Gegenteil eine Einladung, sich dem zu stellen, was in uns und in unseren Gemeinden abgestorben ist, was der Evangelisierungund der Heimsuchung durch den Herrn bedarf. Das aber verlangtMut.“ (Kp. 5) 

Papst Franziskus ermuntert ausdrücklich , dass „die anstehenden Herausforderungen, die verschiedenenThemen und Fragestellungen“ nicht „verschleiert“ werden – „wobeidarauf zu achten ist, dass wir uns nicht in ihnen verstricken und denWeitblick verlieren, der Horizont sich dabei begrenzt und dieWirklichkeit zerbröckelt.“ (Kp. 9)Bei dieser Gelegenheit ermahnt der Papst, den „Sensus Ecclesiae“, also den „Glaubenssinn der Gesamtkirche“ nicht aus dem Blick zu verlieren: Er „befreit uns von Eigenbrötelei und ideologischen Tendenzen“ und erinnert daran, dass jeder Gläubige immer „auch zur Gesamtheit der Gläubigen gehört.“ (Kp. 9)

Daher lohnt sich der Blick über den Tellerrand der eigenen Befindlichkeiten, auch als Kirche. Denn „die Weltkirche lebt in uns aus den Teilkirchen, so wie die Teilkirchen in und aus der Weltkirche leben und erblühen; falls sie von der Weltkirche getrennt wären, würden sie sich schwächen, verderben und sterben. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, die Gemeinschaft mit dem ganzen Leib der Kirche immer lebendig und wirksam zu erhalten. Das hilft uns, die Angst zu überwinden, die uns in uns selbst und in unseren Besonderheiten isoliert, damit wir demjenigen in die Augen schauen und zuhören oder damit wir auf Bedürfnisse verzichten können und so denjenigen zu begleiten vermögen, der am Straßenrand liegen geblieben ist.“ (Kp. 9)

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Post aus Peru!

Einladung Dioezesan

Lieber Perukreis, liebe Wohltäter!


Mit großer Freude darf ich Sie grüßen. Endlich haben wir den Abschluss erreicht: Am 26. Juli schließt unser Erzbischof Carlos den Seligsprechungsprozess in der Diözesanphase. Schwester Trinidad wird ihren Eid ablegen, um die Dokumente nach Rom zu bringen, um sie der Kongregation für die Heiligsprechungen zu übergeben. Dort wird die ganze Dokumentation von einem neuen Postulator mit einem Relator weiter bearbeitet.

Wir danken Gott für Seine großen Wunder! Bitte möchten Sie diese Nachricht an alle liebe Bekannte Wohltäter weiter sagen?

Danke auch für Ihre Hilfe, Begleitung und Gebet.
Gottes Segen!! Wir bitten um Ihr weiteres Gebet! 

Ihre dankbare,
Schw. M. Inmaculata, MJVV

 

An die Ränder gehen

Info vom 16. Juli 2019

Bericht über Bischof Friedrich Kaiser im "Blickpunkt Westmünsterland"

BlickpunktWas eine »Seligsprechung« ist, das ist vielen Menschen im Münsterland nicht ganz unbekannt – gab es doch in den vergangenen Jahren einige davon: Schwester Euthymia, Anna Katharina Emmerick, Bischof von Galen. »Selige« sind von der katholischen Kirche offiziell anerkannte Vorbilder des Glaubens und Fürsprecher bei Gott; sie werden in einer bestimmten Region der Welt durch Gebet und Gottesdienst verehrt. (Eine »Heiligsprechung« regelt dann ihre weltweite Verehrung.)
Nun gibt es einen weiteren Kandidaten für eine Seligsprechung »in der Pipeline«, wie man neudeutsch sagt: den aus Dülmen stammenden Missionsbischof Friedrich Kaiser (1903–1993). Im Sommer dieses Jahres wurde auf Verfügung des Vatikans in der peruanischen Hauptstadt Lima der Seligsprechungsprozess für Kaiser eröffnet. Warum im fernen Südamerika? Weil Friedrich Kaiser hier ab 1939 als Seelsorger wirkte, zunächst in der Metropole Lima, dann (ab 1958) bei den Indios in der Abgeschiedenheit der Anden.

Den gesamte Artikel finden Sie im Archiv des Blickpunkt-Magazins (ab Seite 28) >>>

Bilderbücher für Erstkommunionkinder

Info vom 23. Juni 2019

Erstkommuniongeschenke104 Mädchen und Jungen der Dülmener Pfarrei St. Viktor, der Heimatgemeinde Friedrich Kaisers, haben in den letzten Wochen das Sakrament der heiligen Erstkommunion empfangen. In den Dankgottesdiensten erhielten sie zur Erinnerung an ihr Fest neben einem Wandkreuz aus Bronze das Büchlein "Friedrich Kaiser - ein Bilderbuch für jung und alt" von der Gemeinde als Geschenk.
Das Buch beschreibt auf 40 Seiten, leicht verständlich und mit farbenfrohen Grafiken bestückt, das Leben des Herz-Jesu-Missionars Friedrich Kaiser und soll den Kindern helfen, sich mit dem Glaubenszeugen aus ihrer Gemeinde zu befassen.

Gebeine Bischof Kaisers wurden gesichtet

Info vom 4. Juni 2019

Sichtung der Gebeine„Wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch ist und den ihr von Gott habt, und dass ihr nicht euch selbst gehört?“ – so fragt der hl. Paulus die Gemeinde von Korinth (1 Kor 6, 19). Das Wirken und Handeln eines Menschen ist nicht denkbar ohne seinen Leib. Der Leib ist Voraussetzung und Medium, damit sich der Wille und die Inspiration des Menschen umsetzt und Gestalt annimmt. „Dein Leib war Gottes Tempel, er schenke dir ewige Freude“ – so heißt es im Verabschiedungsritual der Beerdigung. 

Folgerichtig erfahren bei der Verehrung der Seligen und Heiligen auch die Gebeine eine besondere Wertschätzung: durch die Verehrung der Grabstätte oder von Reliquien. In früheren Jahrhunderten war die „Erhebung“ der Gebeine aus dem Grab durch eine Bischof der eigentliche Akt der offiziellen Heiligsprechung. Auch heute wird im Laufe des Kanonisierungsverfahrens das Grab eines zur Kanonisierung anstehenden Glaubenszeugen geöffnet und werden (in der sogenannten Rekognoszierung) die sterblichen Überreste des Seligsprechungskandidaten gesichtet. Der Theologe Becker-Huberti erklärt: „Nach einem entsprechenden Gesuch an den Ortsbischof erfolgt die Exhumierung (recognitio) der sterblichen Überreste des Dieners Gottes. Diese erfolgt in der Regel unter Beteiligung von zwei medizinischen Sachverständigen, wenigstens drei unabhängigen Zeugen und der Arbeiter, die bei diesem Vorgang helfen. Es erfolgt eine Umbettung in einen Zinksarg unter Befolgung genauer Vorschriften. Den Gebeinen werden einzelne Partikel als zukünftige Reliquien entnommen, dann wird der Sarg versiegelt.“ 

Über alles wird ein präzises Protokoll erstellt, von dem eine Abschrift an die entsprechende Kongregation nach Rom geht. „Ziel der Rekognoszierung ist die Sicherung der Gebeine.“ Im Bistum Münster fanden derartige Vorgänge 1975 in Dülmen (Anna Katharina Emmerick), 1985 auf dem Zentralfriedhof in Münster (Schwester Euthymia), 1991 im Viktor-Dom Xanten (Karl Leisner) oder 2005 im Paulusdom Münster (Clemens August von Galen) statt. 

Am Montag, dem 3. Juni 2019, war es in Caraveli in Peru so weit: Dann erfolgte die Sichtung der Gebeine von Bischof Friedrich Kaiser. 

Weitere Fotos >>>

Zu Besuch in Lima

Info vom 1. April 2019 / Foto: Bischöfliche Pressestelle Bistum Münster

Bischof Norbert Strotmann mit Bischof Felix GennIm März 1939 trat Friedrich Kaiser seine Ausreise nach Peru an. In der Hauptstadt Lima waren im Jahr zuvor (1938) die ersten Hiltruper Missionare und Schwestern eingetroffen und widmeten sich dem Aufbau einer Pfarrgemeinde. Bis heute wirken die Herz-Jesu-Missionare in Lima, darunter der aus dem Bistum Münster stammende Norbert Strotmann. Ihn besuchte im März 2019 Felix Genn, der Bischof von Münster.

Bischof Felix Genn im Gespräch mit Dr. Stefan Kronenburg, Mitarbeiter der Bischöflichen Pressestelle Münster >>>

„Mitfühlen mit der Kirche“

Bericht vom 1. März 2019

Münsteraner Bischof würdigt Kaiser-Buch

BM17025Bischof Dr. Felix Genn hat dem im letzten Herbst erschienenen Buch „Sieben Wege. Ein Ziel“ über Bischof Friedrich Kaiser seine „hohe Anerkennung“ ausgesprochen. „Mit Begeisterung“ habe er das Buch gelesen, lässt der Münsteraner Oberhirte den Autor, Pfarrer Markus Trautmann, in einem Schreiben vom 1. März 2019 wissen. Der spirituelle Tourenbegleiter durch NRW sei „in hoher Sensibilität und wacher Aufmerksamkeit“ entstanden, so Genn. Aus den Texten über den beruflichen und geistlichen Werdegang des künftigen Dülmener Seligen spreche ein „leidenschaftliches priesterliches und pastorales Engagement“ und ein „Mitfühlen mit der Kirche“. Bei der Lektüre der Tourenbeschreibungen habe sich Genn vorgestellt und gewünscht, „dass ich, wenn ich genügend Zeit hätte, den einen oder anderen Weg, wenigstens durch Dülmen, noch einmal nachgehe.“ Er sei dankbar, dass „auf diese Weise das Andenken dieses Mitbruders in seiner Heimatstadt Dülmen aufrecht erhalten“ und so ein Beitrag geleistet werde, „dass es zu einer eventuellen Seligsprechung kommen kann.“ 

Friedrich Kaiser wurde 1903 in Dülmen geboren und starb 1993 in Lima. Seit 2010 laufen Vorbereitungen seiner Seligsprechung auf diözesaner Ebene, seit 2018 durch die vatikanische Kongregation für Selig- und Heiligsprechungen. Kaiser gründete 1961 eine Schwesterngemeinschaft und wurde 1963 in Dülmen zum Bischof geweiht. 

Das Bistum Münster leistet im Kanonisierungsverfahren für Bischof Kaiser Amtshilfe, indem das Offizialat (Gericht) der Diözese die Vernehmung von Zeitzeugen in Deutschland vornimmt.


Sieben Wege. Ein Ziel. Ein Tourenbegleiter durch NRW auf den Spuren von Bischof Friedrich Kaiser; hrsg. von Markus Trautmann; ISBN 978-3-00-060863-6; 7.50 € 
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Foto: © Bistum Münster

Ruf aus den Anden

Wie lange wird es nun dauern, bis dort wieder eine heilige Messe gefeiert wird? Wann wird auf diese Erstbeichte und Erstkommunion eine zweite folgen? Ja, wenn ... Wenn ich bei ihnen bleiben könnte ...