Pfarrer Markus Trautmann begrüßte Weibischof Zekorn in Dülmen

Bericht vom 3. Juli 2021 der Pressestelle Bistum Münster / Michaela Kiepe

 

Neues Buch widmet sich der Familie von Bischof Kaiser. 

 

Buchvorstellung„Sieben Blüten. Ein Baum“ lautet der Titel eines neuen Buches, das Markus Trautmann, Pfarrer in St. Viktor in Dülmen, am Freitag, 2. Juli, der Öffentlichkeit vorstellte. Im Mittelpunkt der Publikation steht die Familie von Bischof Friedrich Kaiser. Seit vielen Jahren beschäftigt sich Trautmann mit der Biografie und dem Wirken des 1903 in Dülmen geborenen Hiltruper Missionars, der ab 1939 in Peru wirkte, 1963 in Dülmen die Bischofsweihe empfing und 1993 in Peru verstarb. „Bischof Kaiser ist ein Glaubenszeuge der Region und der Weltkirche. Die Familie war der Ort seiner geistlichen Prägung“, führte Trautmann in die Feierstunde ein, an der unter anderem auch Nichten und Neffen des „Missionars der Anden“ teilnahmen und die seine Großnichte, Hildegard Kaiser, am Flügel musikalisch begleitete.

In seiner Publikation geht es Trautmann nicht nur darum, die Herkunft des künftigen Seligen zu vermitteln, sondern „diese Skizzen können dem Leser und der Leserin helfen, auch einmal über die eigene familiäre Bindung und Prägung nachzusinnen“. Zu diesem und weiteren Themen hatte der Pfarrer einen Interviewgast eingeladen: Regionalbischof Dr. Stefan Zekorn. In dem munteren Gespräch erinnerte sich Zekorn an seine eigene Kindheit in Datteln und Recklinghausen, berichtete von seinem Onkel, der als Missionar in Taiwan tätig war, ebenso wie von selbstverständlichen religiösen Ritualen seiner Kindheit. „Ich habe die Familie immer als wohltuenden Rückzugsort und als Geborgenheitszone empfunden. Mir macht es Sorge, dass dies heute in vielen Fällen nicht mehr so ist. Familie wird eher als anstrengend erlebt“, bedauerte Zekorn.

 

BuchvorstellungGefragt nach der Rolle von Seligen und Heiligen in seinem Leben, erzählte der Weihbischof von einem Buch über den heiligen Franziskus, das er in seiner Jugend gelesen habe. „Bei der Lektüre ist mir aufgegangen, was Heilige für mich bedeuten können. Wichtig ist es, dass sie mit unserem Leben zu tun haben, sie uns Vorbilder sein können“, erklärte der 61-Jährige, der sich im Bistum Münster als Beauftragter für die Weltkirche engagiert und in der Deutschen Bischofskonferenz seit zehn Jahren der Kommission Weltkirche angehört. Er lobte die zahlreichen Hilfs- und Partnerschaftsaktionen in den Pfarreien. „Sie zeigen den Menschen, dass an sie gedacht wird. Das ist manchmal bedeutsamer als die finanzielle Unterstützung“, erklärte Zekorn. Das Engagement in der Weltkirche weite den Blick. „Bis hin zur Schöpfungsverantwortung. Durch den Klimawandel sind vor allem die Länder in der Einen Welt betroffen. Die Bauern, die ihre kleinen Felder bestellen, wissen teilweise nicht mehr, wann sie pflanzen sollen“, nannte der Weihbischof einen Aspekt. Auch das Schicksal der Flüchtlinge beschäftige ihn. „Es ist immer noch ein ernstes Thema. Wir können nicht einfach die Augen verschließen“, sagte Zekorn und schlug den Bogen zu Bischof Kaiser. „Ich schätze den Mut, der ihn ausgezeichnet hat. Er hat die Ärmsten in der Gesellschaft aufgesucht. Als Kirche und Gesellschaft brauchen wir mehr Bewusstsein, um sie in den Blick zu nehmen“, hielt Zekorn fest. Sich mit Bischof Kaiser zu beschäftigen, lohne sich. Denn neben der Perspektive für die Ärmsten, kennzeichne ihn eine gehörige Portion Gottvertrauen. „Das habe ich beim Lesen festgestellt. Er lehrt uns, die eigenen Ziele mit Engagement und Mut, aber auch mit Gottvertrauen zu verfolgen, auch wenn der Weg immer mal wieder anders verläuft als man es sich wünscht.“ 

Zum Abschluss der Feierstunde dankte Trautmann allen, die an dem Buch beteiligt waren. Vor allem der Familie von Bischof Kaiser, die ihm viel über ihren Onkel Fritz berichtet und zahlreiche Dokumente und Fotos zum Buch beigesteuert hätten. „Das ist nicht selbstverständlich“, würdigte er das Entgegenkommen.

Das Buch „Sieben Blüten. Ein Baum“ ist die vierte Veröffentlichung einer Reihe, in der Trautmann unterschiedliche Aspekte rund um das Leben und Gedenken von Bischof Kaiser aufgreift. Das Buch ist gegen eine Spende im Pfarrbüro von St. Viktor im EinsA erhältlich. 

 

Fotos: Pfarrer Markus Trautmann (links) interviewte Weihbischof Dr. Stefan Zekorn bei der Präsentation des neuen Buches zu unterschiedlichen Themen wie Familie, Glaubenszeugen und Weltkirche.

Zur Feierstunde waren auch Nichten und Neffen nach Dülmen in die St.-Viktor-Kirche gekommen.

Ruf aus den Anden

Von Anfang an hab ich meinen Schwestern gesagt: Wir sind vollkommen in den Händen der Vorsehung. Wo wir arbeiten, da gibt es nur Arme und Ärmste. Die können uns nicht helfen. Sorgt wirklich, heilige Schwestern zu sein, dann gibt uns Gott stets was wir brauchen.

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