Vor 80 Jahren: Priesterweihe und Primiz von Friedrich Kaiser

Bericht aus den Streifichtern vom 15. August 2012  

Friedrich Kaiser am PrimiztagSeligsprechungsverfahren für aus Dülmen gebürtigen Missionar gestartet

Heute vor 80 Jahren, am 15. August 1932, feierte der aus Dülmen stammende Missionar Friedrich Kaiser seine erste heilige Messe (lateinisch „prima missa“ / Primiz) in St. Viktor. Die „Heimatprimiz“ eines Neupriesters ist traditionell ein großes Ereignis für die Gläubigen, wie auch die Dülmener Zeitung in ihrem Bericht betonte: „Die Pfarrgemeinde Dülmen hat durch die überaus große und rege Teilnahme sich selbst geehrt. Herrlich war die ganze Feier. Vom Turm der Kirche wehten die Fahnen. Die Nachbarhäuser der Wohnung des Neupriesters hatten festlichen Schmuck angelegt. Das Straßenbild bekam ein gar prächtiges Aussehen durch die Anbringung schöner Triumph- und Ehrenbogen aus Tannengrün. Auch die Anwohner der Münsterstraße, des Bült und Kirchplatzes, durch welche der Pater morgens von der Dechanei aus zur Kirche geleitet und nach dem Festhochamt zurückgebracht wurde, hatten ihre Häuser beflaggt. Eine große Zahl Gläubiger bildete in den Straßen Spalier.“

Die Eheleute Karl und Hildegard Alfs aus der Tiberstraße stellten in diesen Tagen das Foto zur Verfügung, das Friedrich Kaiser am 15. August 1932 vor seinem Elternhaus (heute ungefähr Tiberstraße 48) zeigt. Damals hieß der Abschnitt noch „Markusstraße“. Die Mutter von Hildegard Alfs war als Nachbarin – damals noch als Maria Luttermann – bei den Vorbereitungen der Primizfeier und beim Schmücken des Hauseingangs beteiligt. „Diesem Hause ist heute Heil wiederfahren“ – so liest man auf dem Schild im geschmückten Torbogen.

Friedrich Kaiser war 1903 als das mittlere von fünf Kindern der Eheleute Josef Kaiser (1867-1938) und Wilhelmine geborene Depel (1872-1928) geboren worden. Am 27. Mai erfolgte die Taufe auf den Namen Friedrich August in St. Viktor.

Nach dem Abitur in Münster-Hiltrup schloss sich Kaiser der Gemeinschaft der „Hiltruper Missionare“ an und ging 1939 nach Peru. Er wirkte zunächst in der Pfarrseelsorge in Lima, dann als Missionar in den Anden. Hier gründete er 1961 eine Gemeinschaft von einheimischen Seelsorgeschwestern. 1963 empfing Kaiser während eines Heimaturlaubs in der Dülmener Viktorkirche die Bischofsweihe durch den damaligen münsterschen Bischof Josef Höffner.


Bestattung 1993 in den Anden

Friedrich Kaiser starb neunzigjährig 1993 und wurde in Caravelì in den Anden begraben. In Dülmen erinnert schon seit 1975 die „Bischof-Kaiser-Straße“ an den berühmten Sohn der Stadt, dessen Seligsprechungsverfahren vor kurzem in Lima eröffnet wurde.

Alle paar Jahre kommen Schwestern der von Kaiser gegründeten Ordensgemeinschaft nach Dülmen, wo sie über ihre Arbeit berichten und um Unterstützung bitten.


2. Oktober Peruanischer Abend in der Marienschule

Ein solcher Besuch findet auch in diesem Jahr statt. Er bildet den Hintergrund für eine besondere Veranstaltung am Dienstag, 2. Oktober, in der Aula der Marienschule Dülmen. Dort findet dann ein „Peruanischer Abend“ mit kulinarischen, musikalischen und informativen „Happen“ statt. Am folgenden Tag, dem Tag der Deutschen Einheit (3. Oktober), wird ein Info-Stand auf dem Bürgerfest zu finden sein, wo auch Schwestern aus Peru zum Gespräch bereitstehen. 

Ruf aus den Anden

Ja, hier ist Hunger nach Gott. Darum der Ruf, der Schrei aus den Bergen – der Schrei nach einem Priester.